Buttolo stieß auf vehemente Ablehnung bei Länderkollegen wie Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und der Gewerkschaft der Polizei. Beide haben verfassungsrechtliche Bedenken. Der Unions-Fraktionsvize im Bundestag, Wolfgang Bosbach, nannte den Vorschlag seines Parteikollegen untauglich. «Wir haben den Pranger aus guten Gründen abgeschafft», sagte er der CDU-Innenexperte dem Sender N24. Was jedoch die Buttolos Kritiker wie Bosbach und Schünemann befürworten, ist eine Sexualtäter-Datei, auf die nur Ermittler Zugriff haben. Der Bund der Kriminalbeamten verlangte, eine polizeiliche Gefährder-Datei für Sexualstraftäter, wie sei bereits in Bayern existiere.
Statt einem Internet-Pranger will die Gewerkschaft der Polizei will eine verstärkte Anwendung der Sicherungsverwahrung. Von rund 4500 jährlich verurteilten Sexualstraftätern kommen derzeit rund 65 in Sicherungsverwahrung, also bleiben auch anch Ende der Haftstrafe unter Verschluss. Verschärfungen des Strafvollzugs sind bereits in Arbeit: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte letzte Woche härtere Gesetze gegen Sexualstraftäter angekündigt. Geplant sei, die so genannte Führungsaufsicht für Straftäter zu verschärfen, die ihre Strafe verbüßt haben und auf freien Fuß sind. Das deckt sich auch mit Buttolos Interessen.