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FDP will Bischof zum Windelnwechseln schicken

23. Feb 2007 10:39
Bischof Walter Mixa
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Die Liberalen verordnen dem katholischen Augsburger Bischof eine Konfrontationstherapie - und schicken den Kita-Kritiker an den Wickeltisch. Den Gescholtenen selbst lässt das kalt: Er bekräftigt seine Gebärmaschinen-These.

Die Kritik des Augsburger Bischofs Walter Mixa, dass der Staat Frauen mit dem geplanten Ausbau der Kleinkinderbetreuung zur «Gebärmaschine» degradiere, hat auch in der Politik für Empörung gesorgt. So auch bei der FDP, die Mixas Haltung nicht hinnehmen will. Der Bischof «sollte seine Äußerungen öffentlich bedauern», sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, im Gespräch mit Netzeitung.de. Mixa sollte zudem «die Realität der Gesellschaft anerkennen und durch einige Tage ehrenamtliche Arbeit in Kinderkrippen kennen lernen».

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Nach Ansicht Leutheusser- Schnarrenbergers verschreckten die «einseitigen familienfeindlichen Äußerungen» des Bischofs nicht nur gläubige Katholiken. «Radikale Forderungen nach dem Motto 'Zurück in die fünfziger Jahre' können die katholische Kirche ins Abseits manövrieren.»

Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer (CDU), wies die Vorwürfe des Bischofs im ARD-«Morgenmagazin» ebenfalls zurück. «Die Zeit, dass man Frauen ein schlechtes Gewissen einredet, muss endgültig vorbei sein. Wir brauchen die Unterstützung für Familien.» Bei der geringen Dichte der Kinderkrippen in den westdeutschen Flächenstaaten könne man nicht von Wahlfreiheit sprechen. «Und deshalb ist es so wichtig, die Kinderbetreuung auszubauen».

Größere Anerkennung

Böhmers Parteikollege, das CDU-Präsidiumsmitglied Friedbert Pflüger, nannte Mixas Äußerung in «Spiegel Online» «absurd». Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sprach auf Netzeitung.de von einem «Ausdruck gesellschaftlicher Realitätsferne». Mixa fehle es an Respekt vor berufstätigen Müttern.

Porträt:
Mixa reagierte indessen unbeeindruckt auf die Empörung. Er bekräftigte seine umstrittene Kritik an der Politik von Bundes- Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). «86 Prozent der Mütter in unserer Bundesrepublik Deutschland erziehen ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren selber und tun das sehr gerne», sagte er am Freitag im Sender N24. Zudem mahnte er eine bessere finanzielle Förderung der Erziehungstätigkeit junger Mütter an, die «große Anerkennung und ein großes Lob» verdienten. «Wir brauchen eine familiengerechte Politik, und nicht eine arbeitsgerechte Familienpolitik», so Mixa.

Es müsse überlegt werden, Frauen «eine größere Unterstützung in Form des Kindergeldes zu geben und ihre Erziehungstätigkeit später für die Rente anzurechnen». Dies ist jedoch bereits Realität. Mixa hatte die Vorstellungen von der Leyens zur Kinderbetreuung am Donnerstag als «kinderfeindlich und ideologisch verblendet» kritisiert und davon gesprochen, dass die Frau zur «Gebärmaschine» degradiert werde. Auf die Kritik an seinen Äußerungen reagiert Mixa gelassen: «Hier habe ich eben eine andere Meinung (...). Es seien «auch sehr viele positive und unterstützende Aussagen über meine Stellungnahme zu diesem Thema gekommen». (nz)

 
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