23.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bischöfin Käßmann (r.) mit Familienministerin von der Leyen und Berlins katholischem Bischof Sterzinsky
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Mit seiner Kritik, die Familienministerin degradiere Frauen zu «Gebärmaschinen», stellt sich der Augsburger Bischof Mixa gegen die eigene Kirche. Entsprechend sind die Reaktionen.
Auf die scharfe Kritik von Bischof Walter Mixa an Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) haben auch Vertreter der Kirchen mit Unverständnis reagiert. Nicht nur Spitzenkatholiken, auch die evangelische Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, zeigten sich irritiert. Sie könne Mixas Haltung in keiner Weise nachvollziehen, zumal zu dem geplanten Zeitpunkt 2013 erst für jedes dritte Kind ein Krippenplatz verfügbar sein soll, sagte sie der «Passauer Neuen Presse». «Auch die christlichen Kirchen sollten alles tun, um Deutschland kinderfreundlich zu machen», so die Bischöfin.
Die Familienministerin will die Zahl der Kinderbetreuungsplätze auf 750.000 verdreifachen. Mixa von der Leyens Vorschläge seien «kinderfeindlich und ideologisch verblendet» und degradierten die Frau zur «Gebärmaschine».
Verwundert über ReaktionMixa fährt damit einen Gegenkurs zu den Kirchen, die von der Leyens Absicht bereits guthießen. Wie ein Staatssekretär im Ministerium von der Leyens, Hermann Kues (CDU), sagte, ist die Forderung nach einem Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder eine alte Forderung der Deutschen Bischofskonferenz.
Entsprechend reserviert reagierten auch Vertreter der katholischen Kirche. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, sprach sich für «mehr Ruhe und Sachlichkeit» in der familienpolitischen Debatte aus. Er bedaure, «dass diese Diskussion jetzt noch emotionaler geführt wird. Mich verwundert diese scharfe Reaktion». Eltern müssten eine echte Wahlfreiheit erhalten und sich frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder auch in den ersten drei Lebensjahren während der Arbeitszeit in eine Betreuungseinrichtung geben.
Der Berliner Erzbischof, Georg Kardinal Sterzinsky, hielt von der Leyen jedoch entgegen, si müsse auch Eltern, die um der Kinder willen auf Erwerbstätigkeit verzichten, angemessen fördern. Neben der finanziellen Förderung bedeute dies auch, herauszustellen, welche Vorteile und positive Auswirkungen die häusliche Betreuung habe. Eltern müssten «Wahl- und Entscheidungsfreiheit» haben. Eltern, die ihr Kind nicht frühzeitig in eine Kindertagesstätte geben, dürften deswegen kein schlechtes Gewissen haben müssen. (nz)