22. Feb 2007 09:59
In Wunsiedel hat die Stadtverwaltung durch geschicktes Verhandeln ein Neonazi-Zentrum verhindert. Szenegröße Rieger wollte – wie Monate zuvor in Delmenhorst – eine Gaststätte kaufen.
Den Angaben zufolge wollten die Rechtsextremisten in der Gaststätte ein NPD- Wahlkampfzentrum mit Schulungsbereich sowie ein Rudolf-Heß- Gedächtniszentrum errichten. In Wunsiedel ist der Hitler- Stellvertreter Heß begraben. Seit Jahren versuchen Rechtsextremisten, dort zu seinem Todestag Gedenkmärsche abzuhalten. Einen ähnlichen Fall hatte es im vergangenen Jahr im niedersächsischen Delmenhorst gegeben. Rieger hatte dort ein leer stehendes Hotel kaufen wollen, um ein Schulungszentrum zu errichten. Er bot dafür 3,4 Millionen Euro, weit mehr als Verkehrswert der Immobilie. Im Dezember kaufte die Stadt das Gebäude für 3 Millionen Euro. 937.000 Euro hatten Bürger und Unterstützer gespendet. Außerdem hat laut einem Zeitungsbericht im Januar im brandenburgischen Plattenburg ein Grundstückseigentümer von einem Kaufinteresse Riegers berichtet.
Die Stadt sucht nun nach einem neuen Pächter für das Objekt. Ziel sei es, das Hotelrestaurant so schnell wie möglich wieder zu eröffnen. (dpa)