Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Bafög steigt schon wieder nicht

14. Feb 2007 08:16, ergänzt 15:50
Studenten im Hörsaal
Bild vergrößern
Eine Bafög- Erhöhung können Studenten auch fünf Jahre nach der letzten Anpassung vergessen. Die Bundeskasse gibt nicht mehr her.

Das Bafög für Schüler und Studenten wird auch 2007 nicht erhöht. Gemäß einem Beschluss des Bundeskabinetts unterbleibt damit im fünften Jahr in Folge die sonst übliche Anpassung der Ausbildungsförderung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die letzte Bafög-Anhebung war 2002.

Mehr in der Netzeitung:
Der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) dazu vorgelegte Gesetzentwurf sieht allerdings Erleichterungen beim Auslandsstudium sowie Verbesserungen für Studenten mit Kindern vor. Das Gute daran: Vom 1. Oktober 2007 an soll es pro Kind bis zum 10. Lebensjahr einen Bafög-Zuschlag von 113 Euro monatlich geben.

Schavan verteidigte im ZDF das erneute Einfrieren der Fördersätze und Elternfreibeträge unter Hinweis auf die Haushaltskonsolidierung des Bundes. Eine Erhöhung wäre «wünschenswert», jetzt aber «nicht verkraftbar». Auch könnten Studenten ihre Ausbildung inzwischen mit zinsgünstigen Studienkrediten finanzieren. Der Bafög-Beirat der Bundesregierung hatte dagegen unter Hinweis auf die Preis- und Lohnentwicklung eine Anhebung der Fördersätze um 10,3 Prozent verlangt. Die für die Aufnahme in die Förderung entscheidenden Elternfreibeträge sollten um 8,7 Prozent steigen.

Das Deutsche Studentenwerk, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Grüne, Linkspartei und FDP kritisierten scharf die erneute Null-Runde beim Bafög. Wer mehr junge Menschen mit Hochschulabschluss wolle, müsse auch für eine bessere Förderung sorgen, hieß es übereinstimmend. Beklagt wurde zudem die vorgesehene Einschränkung der elternunabhängigen Bafög-Förderung des zweiten Bildungsweges. Die SPD will bei den Parlamentsberatungen auf «weitere Verbesserungen im Sinne der Chancengleichheit» dringen. Eine Erhöhung der Förderung werde jetzt für 2008 angestrebt.

Dagegen sehen Schavan und die CDU/CSU in dem Gesetzentwurf «wichtige Weichenstellungen», die das Bafög «familienfreundlicher und internationaler machen». Der neue Kinderbetreuungszuschlag muss nicht zurückgezahlt werden. Zum Teil werden damit Nachteile ausgeglichen, die Studentinnen mit Kindern durch den Fortfall des bisherigen Erziehungsgeldes entstanden waren. Ein Auslandsstudium mit Bafög ist künftig bereits vom ersten Semester an möglich. Die bisherige Vorschrift, dass zunächst ein Jahr in Deutschland studiert werden muss, entfällt. Gleichzeitig werden aber Studiengebühren im Ausland künftig nur noch zum Teil durch Bafög finanziert. Vom zweiten Studienjahr an sollen dafür Kredite in Anspruch genommen werden.

Aufgenommen in die Förderung werden auch Migrantenkinder, die länger schon ein Bleiberecht in Deutschland haben. Zudem dürfen Studenten zum Bafög monatlich künftig bis zu 400 Euro hinzuverdienen. Gegenwärtig erhalten gut 500.000 Studenten und 350.000 Schüler Bafög. Ein geförderter Student bekommt im Schnitt 372 Euro monatlich. Der maximale Fördersatz liegt seit 2002 bei 585 Euro. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.