Ex-RAF Klar sucht Gespräch mit Köhler
Klar verfolge die Debatte um seine Freilassung über Zeitungen und das Fernsehen, zu denen er Zugang in der Haft hat, so Schneider weiter «Es gab zahlreiche Anfragen in den letzten Wochen, die er abgelehnt hat.» Der Anwalt sieht keine «rechtlich relevanten Unterschiede» zum Fall Mohnhaupt. Spätestens Anfang 2009 müsste er auf Bewährung freigelassen werden. «Ich hoffe allerdings, dass mein Mandat vorher begnadigt wird.»
Schneider bestätigte zudem, dass Klar ein Angebot zur Arbeit als Bühnentechniker am Berliner Ensemble erhalten habe. Auch der Betriebsrat habe der Tätigkeit zugestimmt. Klar könne an dem Theater eine dreijährige Ausbildung zum Bühnentechniker absolvieren.
Die Freilassung auf Bewährung wird in der deutschen Politik heftig diskutiert. Für den rechtspolitischen Sprecher der Unions-Fraktion, Jürgen Gehb (CDU), ist die Freilassung Mohnhaupts eine «Ohrfeige für das Rechtsempfinden der Menschen». Gehb sagte der «Bild»-Zeitung: «Nach den Buchstaben des Gesetzes ist die Freilassung sicher nicht zu beanstanden. Es bleibt in der Bevölkerung aber ein bitterer Nachgeschmack, wenn eine fünffache Mörderin nach 24 Jahren freikommt.»
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bezeichnete in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» die Entscheidung dagegen als «nicht populär, aber sachgerecht». Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Ende der Haft gegeben seien, dürfe man im konkreten Fall «keine zusätzlichen Anforderungen nachlegen». Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) nahm die Stuttgarter Richter gegen Kritiker in Schutz. (nz)

