Unaufgeklärte Verbrechen der RAF
12. Feb 2007 17:12
 |  Herrhausen-Attentat | Foto: dpa |
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Die Rote Armee Fraktion ermordete einst gezielt Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat. Auch 30 Jahre nach dem Terrorjahr 1977 ist in vielen Fällen nicht geklärt, wer den Finger am Abzug hatte oder die Bomben zündete.
Bis heute wissen die Angehörigen nicht genau, wer am 7. April 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter in Karlsruhe erschossen hat. Zu der Tat bekannte sich ein gesichtsloses «Kommando Ulrike Meinhof». Ihm wurden auch Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar zugerechnet. Wegen gemeinschaftlichen Mordes in diesem Fall wurden beide sowie ihr mutmaßlicher Komplize Knut Folkerts zu lebenslanger Haft verurteilt.
Auch die Identität des Mörders von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer haben die Teilnehmer des anonymen RAF-«Kommandos Siegfried Hausner» nie verraten. Sechs Wochen nach der Verschleppung in Köln wurde Schleyers Leiche am 19. Oktober 1977 im Elsass mit drei Kugeln im Hinterkopf gefunden. Ebenso unklar blieb, wer am 5. September Schleyers Fahrer und vier Polizisten ermordete. Zumindest tatbeteiligt waren unter anderem Mohnhaupt, Klar sowie Peter-Jürgen Boock und Rolf Clemens Wagner.
Letzte Beweise fehlen
Die auf Mohnhaupt und Klar folgende «dritte Generation» der RAF gab ebenfalls keine Täternamen preis. So fehlt immer noch jede Spur von dem Scharfschützen, der Treuhand-Chef Detlev Carsten Rohwedder am 1. April 1991 in Düsseldorf tödlich traf. Haar-Analysen brachten den 1993 in Bad Kleinen erschossenen Wolfgang Grams mit der Tat in Verbindung.
Rätsel blieben auch nach dem Mord an Alfred Herrhausen, dem Chef der Deutschen Bank. Wer am 30. November 1989 in Bad Homburg seine gepanzerte Limousine in die Luft jagte, wissen die Ermittler bis heute nicht. Der Bundesanwaltschaft fehlten letzte Beweise für eine Beteiligung der 1999 festgenommenen Andrea Klump.
In Wien erschossen
Aus dem Revolver, mit dem 1977 Schleyer erschossen wurde, kamen am 10. Oktober 1986 auch die tödlichen Schüsse auf den Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl. Dies ist die wichtigste Erkenntnis über das «Kommando Ingrid Schubert», dem der vermummte Mörder angehörte.
Wie Herrhausen wurde der Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts am 9. Juli 1986 bei München mit einer Bombe getötet. Wer konkret hinter dem «Kommando Mara Cagol» steckte, blieb rätselhaft. Der verdächtigte Horst Ludwig Meyer wurde 1999 in Wien erschossen.
Auf das Konto der nicht identifizierten Beckurts-Mörder ging nach Einschätzung der Behörden bereits der tödliche Anschlag auf den Industriellen Ernst Zimmermann im Februar 1985 in Gauting bei München. Alle Täterspuren führten ins Leere.
(dpa)