30. Jan 2007 13:22
Es könnte der Bestseller des Jahres werden: Die Erinnerungen des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz.
Der aus Bremen stammende Türke beschreibt mit Hilfe eines Co-Autors auf 256 Seiten sein viereinhalb Jahre währendes Martyrium im dem Lager im US-Militärstützpunkt auf Kuba. Das Buch enthülle Einzelheiten, die so noch nicht bekannt seien, hieß es. Wie der Rowohlt-Verlag verspricht, werden die Leser mit den Kurnaz-Memoiren «erstmals einen authentischen Einblick in das 'System Guantánamo' erhalten und darüber hinaus die unglaubliche Geschichte dieses - wie die amerikanischen Sicherheitsbehörden selbst feststellten - unschuldig festgehaltenen Mannes erfahren».
Bereits im Herbst 2006 haben Kurnaz und Kuhn die Arbeit an dem Buch begonnen. Der Verlag betonte, dass es sich bei dem 256 Seiten starken Werk um keinen «Schnellschuss» handele. Es sei gründlich recherchiert und durchdacht. Über die Startauflage des Buches gab Rowohlt keine Auskunft. Ebenso wenig äußerte man sich darüber, ob Kurnaz oder der Verlag die Idee zu dem Buch hatten. Kuhn ist freier Journalist und arbeitet unter anderem für «Die Zeit» und die «Süddeutsche Zeitung». 2002 erschien sein Debütroman «Nordstern».
Wegen der Behandlung des Kurnza-Falls steht derzeit Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD) politisch unter Druck. Er soll als damaliger Kanzleramtschef bereits 2002 von Kurnaz' Inhaftierung erfahren und nicht zu dessen Freilassung beigetragen haben. Steinmeier hat den Vorwürfen widersprochen, eine Entlassung Kurnaz' nach Deutschland im Zusammenspiel mit Geheimdiensten und Bundesinnenministerium verhindert zu haben. Kurnaz verbrachte rund 1600 Tage in Guantánamo.