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Agenten kommen «nicht durch die Hintertür»

29. Jan 2007 12:55
Zugriff auch auf Internet-Daten geplant
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Gegen das geplante Gesetz zur Vorrats- Datenspeicherung formiert sich Widerstand. Datenschützer fürchten eine «Überwachungs- Gesellschaft», das Kanzleramt sieht dagegen «keine Gefährdung der Informationssicherheit».

Der Chef des Bundeskanzleramts, Thomas de Maizière (CDU), hat die von der Großen Koalition geplante vorsorgliche Speicherung von Kommunikations-Verbindungen verteidigt. «Wir verlangen von jedem Tischler, dass er seine Belege eine bestimmte Zeit lang aufbewahrt, damit das Finanzamt kontrollieren kann und die Kunden sich ihrer Gewährleistungsansprüche sicher sein können», sagte de Maizière, der innerhalb der Bundesregierung auch für die Koordinierung der Geheimdienste zuständig ist, auf Netzeitung.de. «Nichts anderes wollen wir im Falle der Verbindungsdaten. Da sehe ich keine Gefährdung der Informationssicherheit.»

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Der Bundes- Datenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte dagegen vor einem Missbrauch bei der Datenspeicherung auf Vorrat. «Ich sehe die von der Bundesregierung geplante Vorratsdatenspeicherung sehr kritisch, mit der Unternehmen verpflichtet werden sollen, Telefon-, Handy- oder Internetdaten über sechs Monate vorzuhalten», sagte Schaar der Tageszeitung «Die Welt».

Falls die Politik den Schutz personenbezogener Daten nicht verbessert, sieht Schaar Deutschland «auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft, die zunehmend von Kontrollen geprägt ist». Erstmals würden auf breiter Basis die Daten von völlig unverdächtigen Personen gespeichert für den möglichen späteren Zugriff der Sicherheitsbehörden. «Damit ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt. Und es bestehen Risiken des Missbrauchs und der Verwendung der Daten für andere Zwecke», warnte Schaar.

«Nicht durch die Hintertür»

De Maizière wies dagegen darauf hin, dass die Geheimdienste Zugang zu den Daten nach den Regeln erhielten, die bisher auch in solchen Fällen gelten. «Auf jeden Fall kommen sie nicht durch die Hintertür an solche Informationen heran», betonte der CDU-Politiker.

Der Gesetzentwurf von Bundes- Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) setzt eine EU-Richtlinie um. Ziel ist es, die Strafverfolgung und den Kampf gegen den Terrorismus zu verbessern. Danach sollen die EU-Länder alle Verbindungsdaten zwischen 6 und 24 Monate speichern. Auch die Nutzung des Internets soll erfasst werden. Verleger- und Wirtschaftsverbände, Journalistengewerkschaften, Datenschützer, Anwälte und Richter hatten die geplante Speicherung als Eingriff in die Privatsphäre und vertrauliche Information heftig kritisiert. (nz)

 
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