Experte verdächtigt Behörden im Mikro-Skandal
23.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach dem Mikrofon-Fund im Büro des Bundestags- Abgeordneten Neskovic hält Geheimdienst- Fachmann Schmidt-Eenboom für plausibel, dass der Politiker von Behörden abgehört wurde. «Es liegt nahe», sagte er auf Netzeitung.de.
Nach dem Mikrofon-Fund im Büro des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Neskovic (Linkspartei) verdächtigt der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom Bundesbehörden. «Der Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz wären logische Täter», sagte der Publizist auf Netzeitung.de.
Neskovic ist sowohl Mitglied im Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Geheimdienstaktivitäten des Bundesnachrichtendienstes (BND) als auch im Parlamentarischen Kontrollgremium. «Es liegt nahe, dass die Behörden, die er kontrollieren soll, ihm über die Schulter schauen», sagte Schmidt-Eenboom, der Autor zahlreicher Bücher über den BND ist.
Schmidt-Eenboom erwartet nicht, dass sich anhand des gefundenen Mikrofons Informationen über Urheber einer möglichen Bespitzelung herausfinden lassen. «Anhand der Technik kann man nicht den Beweis führen, wer dahinter steckt. Privatdetektive und Nachrichtendienste benutzen die selbe Technik.» Auch der Fund von Fingerabdrücken ist nach Einschätzung Schmidt-Eenbooms im Fall von Spionage nicht zu erwarten. Zielführender könne der Versuch sein herauszufinden, an welche Empfangsstation das Gerät gegebenenfalls gesendet habe.
Für das Web ediert von Timo Hoffmann