Edmund Stoiber 14 Jahre Landesvater in Bayern
Stoiber hatte in den Koalitionsverhandlungen ein Superministerium für Wirtschaft und Technologie für sich herausgeschlagen. Doch dann verzichtete er plötzlich und kehrte nach Bayern zurück. Stoibers persönliche Sympathiewerte kamen seitdem nicht mehr aus dem Tief. Den Unmut in der großen Koalition in Berlin zog sich Stoiber mit seinem Zick- Zack-Kurs bei den Verhandlungen zur Gesundheitsreform zu.
Zum persönlichen Triumph wurde die bayerische Landtagswahl 2003. Die CSU erreichte erstmals die Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag. Ausgestattet mit großer Machtfülle - seit 1999 war Stoiber auch CSU- Parteichef - verordnete er dem Freistaat ein hartes Reformprogramm. Angebote, Bundespräsident oder EU-Kommissionspräsident zu werden, schlug Stoiber danach aus.
Der am 28. September 1941 in Oberaudorf am Inn geborene Stoiber begann seine Parteikarriere in der Jungen Union. 1974 zog er erstmals in den bayerischen Landtag ein. Sein Ziehvater Franz Josef Strauss machte ihn 1978 zum CSU-Generalsekretär. Später wurde Stoiber Chef der Staatskanzlei und 1988 Innenminister im Kabinett von Max Streibl. Den Posten des Ministerpräsidenten übernahm Stoiber im Mai 1993 von Streibl, der im Zuge der «Amigo-Affäre» um Freiflüge und Gratisreisen zurücktreten musste. (dpa)

