17. Jan 2007 22:16
In den jüngsten Berichten über sein Privatleben sieht Agrarminister Seehofer eine Kampagne. Gegen diese will er sich nun zur Wehr setzen.
Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) die jüngsten Berichte über sein Privatleben kritisiert und von einer teilweisen «Kampagne» gesprochen. «Über meine privaten und familiären Angelegenheiten werde ich mich in der Öffentlichkeit nicht äußern», teilte der CSU-Vize am Mittwoch in einem Schreiben seiner Anwaltskanzlei mit. «Traurig finde ich allerdings, dass in bestimmten Medien eine Kampagne läuft, die insbesondere auch meine Familie stark beeinträchtigt.» Die «Bild» hatte am Montag geschrieben, der verheiratete Seehofer habe in Berlin eine Affäre.
Seehofer kündigte Widerstand an: «Ich werde hiergegen nachhaltig mit allen rechtlichen Möglichkeiten vorgehen.» Der Minister war wegen der Berichte zuletzt unter Druck geraten. Seehofer wurde während der Führungskrise in der CSU als Kandidat für den Parteivorsitz und damit Nachfolger von Edmund Stoiber in dem Amt gehandelt. «Als Politiker bin ich es gewohnt, wenn die Sache es erfordert, mit harten Bandagen zu kämpfen», erklärte er. «Dies ist auch der Maßstab, an dem ich meine politische Arbeit gemessen sehen will.» Seehofer ließ offen, ob er den Vorsitz der Partei übernehmen möchte. Die Berichte über Seehofers Privatleben waren besonders von CSU- Politikern verurteilt worden. CSU-Chef Edmund Stoiber sprach von einem Angriff auch «auf mich und die CSU». Er hatte dem CSU- Parteivize bescheinigt, dieser sei für höchste Ämter geeignet. (nz)