netzeitung.deStoiber lobt Seehofer inmitten CSU-Krise

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Horst Seehofer und Edmund Stoiber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Horst Seehofer und Edmund Stoiber
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Streit um seine politische Zukunft sorgt eine Bemerkung von CSU-Chef Stoiber für Aufregung. Angesichts eines Berichts über ein angebliches Verhältnis von Bundesminister Seehofer lobte Stoiber ihn auffällig deutlich. Bilderschau: Die Erbfolge- Kandidaten

Bayerns bedrängter Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat seinen Parteivize Horst Seehofer als «erste Wahl» für höchste Ämter bezeichnet. Zu einem Medienbericht über eine angebliche außereheliche Affäre Seehofers ließ Stoiber der Nachrichtenagentur dpa am Montag übermitteln: «Ich finde es unanständig, dass so etwas in den Medien gestreut wird. Horst Seehofer hat mein uneingeschränktes Vertrauen und das Vertrauen der CSU.» Dann folgt Stoibers entscheidender Satz: «Horst Seehofer ist ein politisches Alpha-Tier unserer Partei. Er ist und bleibt für höchste Ämter erste Wahl.»

Ob Stoiber damit sein eigenes Amt meint, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass der Volkstribun Seehofer unter den Bayern großen Rückhalt genießt. In der CSU- Landtagsfraktion ist seine Beliebtheit wegen diverser Querschüsse geringer, doch die müsste schlussendlich einen neuen Ministerpräsidenten küren, träte der schwer angeschlagene Stoiber von Partei- oder Regierungsvorsitz ab oder gäbe es eine Neuwahl.

Scharf verurteilt
Weitere Kandidaten für die Posten Stoibers sind Wirtschaftsminister Erwin Huber, Fraktionschef Joachim Herrmann, selbst Landtagspräsident Alois Glück wäre noch eine Möglichkeit. Nur gegen Stoiber antreten will keiner von allen, eher hofft die CSU auf einen vorzeitigen Verzicht des Ministerpräsidenten auf sein Amt, zumindest im Hinblick auf die kommende Wahlperiode.

Führende CSU-Politiker verurteilten den Bericht über eine angebliche außereheliche Affäre von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer scharf. Landtagspräsident Glück äußerte Bedauern. Wirtschaftsminister Huber sagte der «Passauer Neuen Presse», «wir müssen sehr genau aufpassen, dass nicht weitere Politikverdrossenheit dadurch entsteht, dass unsaubere Mittel angewandt werden».

Die stellvertretende CSU-Vorsitzende Barbara Stamm warnte ihre Partei vor einer Schlammschlacht. «Hier wurde eine Grenze überschritten. Jetzt sind wir wirklich im untersten Keller gelandet», sagte sie dem «Münchner Merkur». CSU-Generalsekretär Markus Söder betonte im Nachrichtensender n-tv: «Privat ist privat. Nur die Art und Weise, wie derzeit überhaupt versucht wird, Politik zu machen mit diesen ganzen Unterstellungen, finde ich persönlich unerträglich.» (nz)