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Stoiber trotzt Wirbel um Putsch-Gerüchte

12. Jan 2007 22:18
Edmund Stoiber begrüßt Gabriele Pauli
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Auf dem Neujahrsempfang der Bayerischen Staatsregierung ist Ministerpräsident Stoiber erstmals seit der Spitzelaffäre Landrätin Pauli begegnet. Launig nahm er in seiner Rede auf die aktuelle Unruhe in der CSU Bezug.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber will die Diskussion um seine Person beruhigen. «Ich weiß, dass ich im Feuer stehe», sagte er am Freitagabend bei seinem Neujahrsempfang in München. «Wer in der Küche arbeitet, muss auch Hitze vertragen», erklärte er weiter. Er werde jedoch einiges dafür tun, dass es wieder abkühle, so Stoiber, ohne konkret zu werden.

Bei dem Empfang traf der CSU-Chef zum ersten Mal seit der Aufdeckung der Bespitzelungsaffäre vor vier Wochen persönlich die Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Beide Politiker schüttelten sich kurz die Hand.

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Berichte über seinen bevorstehenden Sturz sorgen derweil weiter für Unruhe in der CSU. «Diese Gerüchte sind absoluter Schwachsinn», sagte Landtagspräsident Alois Glück am Freitag. CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann sagte, von einem Putsch könne «überhaupt keine Rede sein».

Offene Aussprache in Kreuth

Bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion ab Montag in Kreuth werde es eine offene Aussprache geben. Aber er habe keine Zweifel, dass die große Mehrheit der Abgeordneten weiter hinter Stoiber stehe. Herrmann ließ offen, wie sich die Fraktion zur Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008 äußern werde.

Stoibers später selbst relativierte Ankündigung, bis 2013 weiter regieren zu wollen, habe für «erhebliche zusätzliche Unruhe» gesorgt, sagte er. Die Fraktion höre die Kritik und die Bedenken aus der Bevölkerung. Auch über Dinge wie die Teilnahme von Stoibers entlassenem Büroleiter Michael Höhenberger an der jüngsten Kabinettssitzung werde man reden müssen, fügte der Fraktionschef hinzu.

Loyalitätsbekundungen per Telefon

Stoiber bat Herrmann und Glück derweil zu Gesprächen in die Staatskanzlei. Thema werde die Vorbereitung der Sitzung in Kreuth sein, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitagabend. Glück und Herrmann hätten Stoiber telefonisch ihre Loyalität und Unterstützung für die Fraktionssitzung in Kreuth übermittelt, die stellvertretende Parteivorsitzende Barbara Stamm habe dies über die Medien getan.

Dagegen berichtete der «Münchner Merkur» unter Berufung auf nicht genannte CSU-Präsidiumsmitglieder, Glück und Stamm planten Stoibers Sturz. Beide dementierten das scharf. Stamm sagte dem Blatt: «Das sind ganz böswillige Unterstellungen.» Der bayerische Innenminister Günther Beckstein beklagte im Bayerischen Rundfunk, die CSU biete ein Bild der Zerrissenheit. «So kann es nicht dauerhaft bleiben.»

Partei zusammenhalten

Von den Entscheidungen der nächsten Tage erhoffe er sich Klarheit. Wirtschaftsminister Erwin Huber sagte der «Passauer Neuen Presse», Stoiber habe unverändert das Vertrauen des CSU-Präsidiums und der Bezirksvorsitzenden.

«Ich gehe davon aus, dass sich die Landtagsfraktion dem Vertrauensvotum anschließt.» Der stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer betonte, dass Stoiber «verschiedene Strömungen in unserer Partei zusammenhält».

Parteikreis bestätigten indes Pläne, wonach der bayerische Innenminister Günther Beckstein als Ministerpräsident und Bundes- Landwirtschaftsminister Horst Seehofer als Parteichef Stoiber baldmöglichst nachfolgen sollen. (nz)

 
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