12. Jan 2007 18:47
Der interne CSU-Streit um Parteichef Stoiber gefährdet dessen Position. Er sei an der Spitze von Partei und Landesregierung nicht mehr haltbar, heißt es in der CSU-Spitze. Noch vor der Sommerpause müsse er gehen.
Nach der Eskalation in den vergangenen Tagen habe sich die Haltung verfestigt, dass Stoiber an der Spitze von Partei und Landesregierung nicht mehr zu halten sei. Der CSU-Chef war im Spitzelskandal um die Fürther Landrätin Gabriele Pauli in die Kritik geraten, weil er sich lange nicht auf ein Gespräch mit ihr einlassen wollte und aus Sicht von Parteimitgliedern seine Rolle nicht richtig klarstellte.Laut der «Süddeutschen» herrscht unter hochrangigen CSU-Politikern allerdings Einigkeit darüber, dass eine Lösung nur im Einvernehmen mit Stoiber denkbar sei.
Landtagspräsident Alois Glück wies demnach Meldungen über einen bevorstehenden Putsch gegen Bayerns Ministerpräsidenten als «Schwachsinn» zurück. «Wir wollen keine Rheinland-Pfalz-Lösung», sagte ein CSU-Präsidiumsmitglied, das nicht namentlich genannt werden möchte, dem Blatt. 1988 hatte die CDU dort ihren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel als Parteichef gestürzt und war danach im Chaos versunken.
Es heißt, gemeinsam mit Stoiber solle ein Zeitplan für dessen Rückzug entwickelt werden. «Am Ende wird Stoiber nicht mehr Parteichef und nicht mehr Ministerpräsident sein», so der «SZ»-Informant.
Wie dies gelingen solle, sei jedoch nicht klar. «Das wird sehr schwierig, weil er uneinsichtig ist», heißt es laut dem Blatt in Kreisen des Präsidiums. Stoiber sei «bei weitem nicht so weit, dass er hinschmeißt», bestätigte ein Vorstandsmitglied. (nz)