12.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Helge Schneider in 'Mein Führer'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Mein Führer» sorgt deutschlandweit für Diskussionen. Auch unter Historikern ist die Filmsatire von Dany Levy heftig umstritten. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob Figuren der Zeitgeschichte für Persiflagen taugen.
Die Hitler-Filmkomödie «Mein Führer» hat unter Historikern einen heftigen Streit ausgelöst. Der Historiker Michael Wolffsohn (München) warf seinem Kollegen Hans- Ulrich Wehler (Bielefeld) «Hochnäsigkeit» vor. Wehlers Forderung, historische Figuren wie Lenin, Stalin und Hitler besser der Wissenschaft zu überlassen, zeige «einmal mehr die Hochnäsigkeit und den Neid von Teilen der akademischen Unkultur Deutschlands», sagte Wolffsohn der Netzeitung. «Gerade nichtuniversitäre Experten haben die bedeutendsten Bücher über Hitler geschrieben: Joachim Fest und Sebastian Haffner», sagte Wolffsohn.
Wehler hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa gesagt: «Die Behandlung von Figuren wie Lenin, Stalin und Hitler ist besser bei Wissenschaftlern aufgehoben als in einer Persiflage». Nazi-Verbrechen ließen sich nicht ins Bild übersetzen.
Auch Wolfssohn hält den Film von Regisseur Dani Levy für überflüssig. «Mein Bedarf an Hitler-Komödien ist längst gedeckt», sagte der Historiker, der an der Universität der Bundeswehr in München Neuere Geschichte lehrt. Levys Satire sei reine Geldmacherei. «Wer braucht Hitler als Witzfigur - außer jenen, die mit Hitler Geld machen wollen», sagte er. «Man merkt die Absicht und ist verstimmt.»
Der Film spielt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, im Dezember 1944. Hitler (Helge Schneider) scheut die Öffentlichkeit. Doch am Neujahrstag soll der Diktator mit einer kämpferischen Rede die Massen noch einmal begeistern. Nur einer kann helfen, diesen Plan zu verwirklichen: Hitlers früherer Schauspiellehrer Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe), ein Jude. (nz)