netzeitung.deNeonazis planen Schulungszentrum in Prignitz

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Rechtsextremer Anwalt Jürgen Rieger (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rechtsextremer Anwalt Jürgen Rieger
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Nach dem Scheitern beim versuchten Kauf eines Hotels in Delmenhorst will der rechtsextreme Anwalt Rieger nun in Brandenburg ein rechtsextremes Zentrum errichten. Landesinnenminister Schönbohm kündigte Widerstand an.

In der Prignitz soll nach einem Zeitungsbericht möglicherweise ein rechtsextremes Schulungszentrum entstehen. Nach Informationen des «Tagesspiegels» plant der Eigentümer eines 14.000 Quadratmeter großen Anwesens in der Gemeinde Plattenburg, das bebaute Grundstück zu verkaufen und nennt als einen Interessenten den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger. Das Potsdamer Innenministerium bestätigte am Donnerstag, dass es nach Informationen der Polizei eine entsprechende Kaufabsicht Riegers gebe. Einzelheiten seien jedoch nicht bekannt.

Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) betonte: «Wir werden alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um zu verhindern, dass Neonazis in Plattenburg ausgebildet werden.» Bei dem dortigen Grundstück handelt es sich dem Bericht zufolge um ein Areal mit mehreren Gebäuden, in denen 70 Personen übernachten könnten. Die Bürgermeisterin von Plattenburg, Gudrun Hoffmann (parteilos), bestätigte der Zeitung, dass der Aufbau eines rechtsextremen Schulungszentrums zu befürchten sei. Die 4000 Einwohner zählende Gemeinde habe Angst, als braune Hochburg stigmatisiert zu werden.

«Unverbesserlicher Rassist»
Rieger, der vom Verfassungsschutz als «unverbesserlicher Rassist» eingestuft wird, wollte im vergangenen Jahr bereits im niedersächsischen Delmenhorst ein leer stehendes Hotel kaufen, um dort ein Schulungszentrum für die rechte Szene zu errichten. Er bot dafür 3,4 Millionen Euro. Der Verkehrswert der Immobilie betrug nach Angaben eines Gutachters allerdings nur 1,33 Millionen Euro. Im Dezember kaufte die Stadt das Gebäude für 3 Millionen Euro. 937.000 Euro stammten von Bürgern und Unterstützern.

Laut Zeitung liegen dem rechtsextremen Anwalt nach eigenen Angaben etwa 200 Immobilienangebote aus dem Bundesgebiet vor. Er wolle nicht ausschließen, dass auch das Grundstück in der Prignitz dabei sei, sagte er dem Blatt. Rieger bestritt aber, schon eine Kaufabsicht signalisiert und einen Betrag genannt zu haben. Bei der NPD hieß es, man sichte 21 Immobilienangebote in Brandenburg. «Da war was aus der Prignitz dabei», sagte NPD-Sprecher Klaus Beier der Zeitung. Selbst wenn Rieger das Areal in Plattenburg allein kaufen würde, sei zu erwarten, dass die NPD es auch nutzen könne. (nz)