02.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Arbeitsuchende Heinrich Mandt lässt sich vor dem Landtag in Mainz die Haare schneiden
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dutzende Erwerbslose haben mit einer Wasch- und Rasieraktion vor dem Mainzer Landtag auf die umstrittenen Körperpflege-Tipps von SPD-Chef Beck reagiert. Der berühmt gewordene Arbeitslose Frank kritisierte den Ministerpräsidenten indes.
Im Protest gegen die Hartz-IV-Reform haben Arbeitslose die viel diskutierten Körperpflege-Tipps von SPD-Chef Kurt Beck mit einer Wasch- und Rasieraktion vor dem Mainzer Landtag wörtlich genommen. Insgesamt rund 50 Arbeitslose forderten den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstag auf, ihnen Jobs zu vermitteln. Damit reagierten sie auf Becks Ratschlag vom Dezember an den Langzeitarbeitslosen Henrico Frank, sich zu waschen und zu rasieren, um seine Arbeitsmarkt-Chancen zu verbessern. Dies hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst.
Die Staatskanzlei kündigte an, rund 20 Arbeitslosen bei der Suche nach einem Job behilflich sein. Die Bewerbungen seien bei einem Gespräch mit dem Erwerbslosen Forum Deutschland am Rande der Demonstration in Mainz übergeben worden, sagte der Chef der Staatskanzlei, Martin Stadelmaier (SPD). Beck war am Dienstag nicht in Mainz, sondern noch im Urlaub.
Frank sagte am Dienstag, die Gespräche mit Beck hätten sich für ihn «erledigt»: Der Ministerpräsident und SPD-Chef habe nicht auf seine körperlichen Beschwerden Rücksicht genommen und ihm vielmehr «wahllos Jobangebote um die Ohren geschlagen». Von insgesamt acht Angeboten habe er sieben nicht annehmen können. «Ein Gespräch mit dem ominösen Achten steht noch an», sagte Frank. Dabei handele es sich nicht um einen Betrieb, sondern um einen privaten Arbeitsvermittler. An der Mainzer Wasch- und Rasier-Aktion nahm der Wiesbadener Frank nicht teil. (nz)