02. Jan 2007 14:19
Die SPD gibt dem Vorstoß von Innenminister Schäuble, einen Abschuss entführter Flugzeuge zu ermöglichen, wenig Chancen. Der Koalitionspartner nannte seinen Vorschlag «aussichtslos».
Dann sind nur Angriffe verboten, «die in keinem Verhältnis zu erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteilen stehen». Das Verhältnismäßigkeitsprinzip bleibt Schäuble zufolge gewahrt, wenn zur Vermeidung einer noch größeren Katastrophe der Abschuss eines entführten Zivilflugzeugs - also die Tötung unschuldiger Flugpassagiere - gesetzlich erlaubt wird.Die Pläne für einen neuen Gesetzentwurf waren vor Weihnachten in Umrissen bekannt geworden. Damit soll das Luftsicherheitsgesetz, das im Februar 2006 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt worden war, verfassungsgemäß gemacht werden.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, kritisierte, Schäuble versuche das Verfassungsgericht «zu hintergehen». Mit einem «Quasi- Verteidigungsfall» würden «die Grenzen zwischen Kriminalitätsbekämpfung und Krieg verwischt», sagte er der Netzeitung. Die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gisela Piltz, warnte vor einer «Militarisierung der Innenpolitik». «Schäubles Spiel mit dem Kriegsrecht ist ein Spiel mit dem Feuer.» Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, warnte vor einem «permanenten Ausnahmezustand», sollte sich Schäuble mit seinem Vorstoß durchsetzen. (nz)