29. Dez 2006 08:13, ergänzt 18:50
Bundespräsident Köhler hält die von SPD-Chef Beck angeregte Reformpause für falsch. Die bessere Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sei «kein Grund, sich zurückzulehnen», kritisierte das Staatsoberhaupt Beck indirekt.
SPD-Chef Kurt Beck hatte jüngst ein Ende des harten Reformkurses in Aussicht gestellt, sobald die bereits auf den Weg gebrachten Reformen zu Ende geführt seien. Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte eine Fortsetzung des Reformkurses. «Es wäre in Wahrheit eine Belastung, wenn die Politik bei ihren Reformen eine Pause einlegen würde», sagte der CDU-Politiker der «Süddeutschen Zeitung». Schäuble warf Beck ein falsches Staatsverständnis vor: «Beck meint, wenn der Staat viele Wohltaten verteilt, sei das gut, wenn er weniger verteilt, sei das eine Belastung.»
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle warf dem SPD-Vorsitzenden Reformmüdigkeit vor. «Wer im Angesicht der Konkurrenz aus China, Indien, Russland, Ost- und Südeuropa, Nord- und Südamerika dazu aufruft, jetzt erst einmal auszuruhen und die Hände in den Schoß zu legen, der empfiehlt Deutschland eine Kamikaze- Strategie», sagte Westerwelle der «Bild»-Zeitung.