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Evangelische Kirche attackiert Wirtschaftsbosse

23. Dez 2006 13:37
Protestanten- Ratschef Huber
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Die Evangelische Kirche verlangt von der deutschen Wirtschaft mehr Verantwortung für die Gesellschaft. EKD-Ratschef Huber zählt dazu auch die Maßlosigkeit in der Managervergütung.

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Die Evangelische Kirche hat Teilen der Wirtschaft Maßlosigkeit bei der Managerbezahlung vorgeworfen. Es gebe Großkonzerne, in denen die Höhe der Managergehälter jedes normale Maß übersteige, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber der «Berliner Zeitung». Angesprochen auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, machte Huber auf das Durchschnittseinkommen aufmerksam, das in Deutschland bei rund 40.000 Euro im Jahr liege. «Wenn ein Manager 20 Millionen Euro verdient, sprengt das jede Vorstellung von Gerechtigkeit.»

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Zu Recht werde gefragt, wie viele Jobs sich von einem solchen Gehalt sichern ließen. Zwar gebe es viel Verantwortungsbereitschaft in der deutschen Wirtschaft. Besonders in Großkonzernen dreht sich das Denken aber scheinbar oft nur um den Aktienkurs«, kritisierte der Berliner Bischof. Faktoren wie die Zufriedenheit von Mitarbeitern oder Kunden stünden zurück. Wer allein am Aktienkurs die Leistung von Managern messe, verliere seine Glaubwürdigkeit.

Lohnforderung ist legitim

Seit langem diskutieren Politik und Öffentlichkeit, ob man Managergehälter gesetzlich begrenzen sollte. Die 2005 abgelöste Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte ein Gesetz in Vorbereitung, demnach die Konzerne die Vorstandsgehälter zumindest veröffentlichen sollten. Derzeit ist dies nur bei den an der Börse gelisteten Unternehmen erforderlich.

Bei ihren Forderung nach kräftigen Lohnerhöhungen können jedoch Arbeitnehmer und Gewerkschaften mit Unterstützung der Evangelischen Kirche rechnen. »Die Forderung ist legitim. Man darf niemandem einen Vorwurf machen, der seinen gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum einfordert«, sagte Huber. Er wünsche sich allerdings, dass die Arbeitnehmervertreter in den anstehenden Tarifrunden auch jene im Blick behielten, die ohne Arbeit sind und eine Stelle suchen.

Jobs schaffen im Mittelpunkt

Der derzeitige Aufschwung müsse wesentlich stärker dafür genutzt werden, Arbeitsplätze zu schaffen, sagte Huber der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«. Er appellierte an die Wirtschaft, die verbesserten Renditen in Arbeitsplätze zu investieren und nicht nur abzuschöpfen. Huber forderte einen dritten Arbeitsmarkt, der besonders älteren Arbeitslosen einen Neubeginn ermögliche.

Der Chefvolkswirt des Deutsche Industrie- und Handelskammertags, Axel Nitschke, verlangte im Gespräch mit der Chemnitzer »Freien Presse«, angesichts der nach wie vor doppelt so hohen Arbeitslosigkeit im Osten im Vergleich zu den alten Bundesländern müsse die Schaffung von Jobs weiterhin im Mittelpunkt stehen. In den neuen Ländern sind nach Einschätzung des DIHK Sachsen und Thüringen die wirtschaftlichen Musterknaben. So sei das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen im ersten Halbjahr 2006 um 3,8 Prozent und damit bundesweit am stärksten gestiegen, gefolgt von Baden-Württemberg (3,3) und Thüringen (2,4). (nz)

 
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