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Delmenhorst verhindert Hotel-Verkauf an Nazis

20. Dez 2006 19:16
Einstiger Kaufinteressent: Der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger
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Die Stadt Delmenhorst hat verhindert, dass Rechtsextremisten ein Hotel in der Stadt als Schulungszentrum einrichten. Eine entsprechende Initiative wurde auch von der Popsängerin Sarah Connor unterstützt.

Nach monatelangen Verhandlungen hat Delmenhorst mit dem Kauf eines Hotels am Mittwoch den Kampf gegen ein rechtes Schulungszentrum in der Stadt beendet. Dies bestätigten die Stadt und eine Bürgerinitiative. Der Kaufpreis habe bei drei Millionen Euro gelegen. Mehr als 937.000 Euro seien durch Spendengelder aufgebracht worden.

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Mitte vergangenen Jahres hatte der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger mitgeteilt, er wolle das Haus kaufen und dort ein Schulungszentrum einrichten. Er bot 3,4 Millionen Euro.

Die zähen Verhandlungen um das leer stehende Hotel begannen im August, nachdem Rieger sein Kaufinteresse bestätigt hatte. In der Stadt formierte sich massiver Widerstand. Bürger forderten die Politiker auf, die Ansiedlung eines rechten Schulungszentrums mit allen Mitteln zu verhindern. Mit einer Vielzahl von Aktionen, Konzerten und Demonstrationen wurde Geld gesammelt, um das Kaufinteresse Riegers zu durchkreuzen. Unterstützt wurde die Bürgerinitiative unter anderem von der Popsängerin Sarah Connor, die dafür eine Goldene Schallplatte stiftete.

Noch ist völlig unklar, was nun aus der Immobilie werden soll. Laut einem Bericht des «Weser-Kurier» könnte im «Hotel am Stadtpark» schon bald ein Altenheim, ein Jugendtreff, ein Bürger- und Kulturhaus, ein Verwaltungszentrum oder auch ein Hotel unter neuer Leitung entstehen.

Rieger, der vom Verfassungsschutz als «unverbesserlicher Rassist und fast besessen von seinen Thesen» beschrieben wird, wollte in der Innenstadt von Delmenhorst ein Schulungszentrum für die rechte Szene etablieren. Seine Vorstellungen reichten von einem Szene-Treffpunkt bis hin zu NPD-Parteitagen in der knapp 80.000 Einwohner zählenden Stadt.

Kritiker der Kaufanstrengungen der Stadt hatten immer wieder gewarnt, dass sich die Gesellschaft erpressbar mache. So hieß es, dass sich letztendlich die NPD und ihre Helfershelfer ins Fäustchen lachen, weil sie praktisch für jedes Objekt ein Kaufinteresse anmelden und so Wirbel verursachen könnten. (nz)

 
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