20. Dez 2006 10:18, ergänzt 12:59
Nach dem Todesurteil eines libyschen Gerichts gegen bulgarische Krankenschwestern sehen Politiker die Beziehungen zu dem Land belastet. Die Entwicklungshilfe wird in Frage gestellt.
Auch der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, sieht das deutsch-libysche Verhältnis durch die Todesurteile stark belastet. Unter diesen Umständen sei eine Verbesserung der Beziehungen unvorstellbar, sagte der SPD-Politiker der «Frankfurter Rundschau». Die EU solle ihre Autorität nutzen, um so rasch wie möglich Gerechtigkeit zu schaffen.Menschenrechts-Beauftragter Nooke brachte auch die Hilfsgelder für Libyen ins Gespräch: Es müsse darüber nachgedacht werden, «einzelne Gelder von Entwicklungshilfeprojekten auszusetzen». So könne Deutschland der libyschen Führung ihre Missbilligung zeigen. Im Fall der bulgarischen Krankenschwestern gehe es nicht um religiöse Konflikte, sondern um «schlichte Machtsicherung» der libyschen Führung, sagte Nooke.
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) widersprach Nooke: «Es gibt keine Entwicklungszusammenarbeit mit Libyen», sagte die Ressortchefin der Netzeitung. Eine Einflussnahme über die Entwicklungszusammenarbeit sei somit nicht möglich.