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Wiesbaden droht Rasiertem mit ALG-II-Kürzung

18. Dez 2006 19:04
Der arbeitslose Henrico Frank
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Mitarbeiter von SPD-Chef Beck haben dem arbeitslosen Frank acht Stellenangebote überbracht. Die Staatskanzlei erklärte den Fall damit für erledigt. Das Sozialamt ermahnte den berühmten Erwerbslosen indes.

Der arbeitslose Henrico Frank, den SPD-Chef Kurt Beck erfolgreich zum Waschen und Rasieren aufgefordert hat, kann jetzt unter acht Stellenangeboten auswählen. Ein Treffen des Arbeitslosengeld-II-Empfängers mit dem Spitzenpolitiker wird es aber nicht geben, teilte die rheinland-pfälzische Staatskanzlei am Montag mit. Frank hatte den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten vergangene Woche bei in Wiesbaden lautstark für seine Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht, woraufhin dieser antwortete: «Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job.»

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Zwei von Beck angebotene Termine in Mainz für diese Woche seien zuvor abgesagt worden, so die Staatskanzlei. Die Vorsitzende der Wiesbadener Hartz-4-Plattform begründete die Absage mit einem nicht aufschiebbaren Termin mit Kirchenvertretern, die die Plattform seit langem unterstützten. Der Initiative gehört Frank als zweiter Vorsitzender an.

Zwei Mitarbeiter der Staatskanzlei hatten die Angebote überbracht. Da Frank nicht zu Hause gewesen sei, hätten sie den Umschlag mit den Angeboten in den Briefkasten geworfen, berichtete die Staatskanzlei. Die Offerten stammten von seriösen Firmen. Die Sprecherin der Plattform sagte während einer Pressekonferenz auf der Straße vor ihrem Wiesbadener Wohnhaus, Frank kenne die Angebote noch nicht. Der Arbeitslose stand während der Konferenz stumm neben der Frau. «Herr Frank gibt keine Interviews», sagte die Plattform-Vorsitzende.

Für die Staatskanzlei ist der Fall erledigt. «Damit ist die Zusage des Ministerpräsidenten erfüllt», hieß es. Zu den Firmen, die die Stellen anbieten, zählen zwei Bauunternehmen im rheinhessischen Wörrstadt und Ingelheim, ein Malerbetrieb in Mainz und eine Gaststätte in Wiesbaden.

Die Staatskanzlei hat auch das Wiesbadener Sozialamt informiert. Der Wiesbadener Sozialdezernent Wolfgang Hessenauer (SPD) drohte Frank mit der Kürzung der Unterstützungszahlungen, falls er die Angebote Becks ablehnen sollte. Das Sozialamt habe Frank schriftlich auf die «negativen Folgen für seinen Hartz-IV-Bezug» hingewiesen, sagte Hessenauer dem Rundfunksender Hit Radio FFH. (nz)

 
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