Wiesbaden droht Rasiertem mit ALG-II-Kürzung
18.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zwei Mitarbeiter der Staatskanzlei hatten die Angebote überbracht. Da Frank nicht zu Hause gewesen sei, hätten sie den Umschlag mit den Angeboten in den Briefkasten geworfen, berichtete die Staatskanzlei. Die Offerten stammten von seriösen Firmen. Die Sprecherin der Plattform sagte während einer Pressekonferenz auf der Straße vor ihrem Wiesbadener Wohnhaus, Frank kenne die Angebote noch nicht. Der Arbeitslose stand während der Konferenz stumm neben der Frau. «Herr Frank gibt keine Interviews», sagte die Plattform-Vorsitzende.
Für die Staatskanzlei ist der Fall erledigt. «Damit ist die Zusage des Ministerpräsidenten erfüllt», hieß es. Zu den Firmen, die die Stellen anbieten, zählen zwei Bauunternehmen im rheinhessischen Wörrstadt und Ingelheim, ein Malerbetrieb in Mainz und eine Gaststätte in Wiesbaden.
Die Staatskanzlei hat auch das Wiesbadener Sozialamt informiert. Der Wiesbadener Sozialdezernent Wolfgang Hessenauer (SPD) drohte Frank mit der Kürzung der Unterstützungszahlungen, falls er die Angebote Becks ablehnen sollte. Das Sozialamt habe Frank schriftlich auf die «negativen Folgen für seinen Hartz-IV-Bezug» hingewiesen, sagte Hessenauer dem Rundfunksender Hit Radio FFH. (nz)

