netzeitung.deKMK-Präsidentin für Lehrer-Eignungstests

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Schulunterricht (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schulunterricht
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Bereits vor dem Studium sollten sich angehende Lehrer einem Eignungstest unterziehen, sagt die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz Erdsiek-Rave. Die Verfassung der Mehrheit der aktiven Lehrer sei «Besorgnis erregend».

Die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK), Ute Erdsiek-Rave (SPD), hat sich für Eignungstests für angehende Lehrer ausgesprochen. Im Idealfall sollten sich Interessenten noch vor Beginn des Studiums auf ihre Persönlichkeit hin testen lassen, sagte sie dem «Handelsblatt».

Mit ihren Äußerungen reagierte Erdsiek-Rave auf die Potsdamer Lehrerstudie unter Leitung des Psychologen Uwe Schaarschmidt. Bei einem «nicht geringen Teil» der befragten 250 Lehramtsstudenten hätten sich «problematische Voraussetzungen» gezeigt, darunter «Einschränkungen der Widerstandskraft, Defizite in sozialen und kommunikativen Kompetenzen und ein nur mäßig ausgeprägtes Selbstbewusstsein».

Bei ihrer Sitzung im März will die Kultusministerkonferenz sich daher mit dem Thema befassen. Auch der Philologenverband, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, fordert Eingangstests.

60 Prozent in Risikogruppe
Derzeit könne man es sich angesichts des Lehrermangels vor allem in Fächern wie Physik und Mathe allerdings kaum leisten, jemanden abzulehnen, räumte Erdsiek-Rave ein. Dies werde sich aber mit den sinkenden Schülerzahlen ändern.

Als «Besorgnis erregend» bezeichnete sie auch die Erkenntnisse über die Verfassung der aktiven Lehrer. Nach der Studie gehören rund 60 Prozent zu einer «Risikogruppe». Je ein knappes Drittel sei entweder «resigniert und verzweifelt» oder «überfordert sich selbst». Eine Hauptursache für die Extrem-Belastung der Lehrer sieht die KMK-Präsidentin im noch immer dominierenden «Einzelkämpfertum hinter geschlossenen Klassentüren». (nz)