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Warnung vor «Cyber-Dschihadismus»

15. Dez 2006 20:11
Generalbundesanwältin Monika Harms
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Immer häufiger nutzen islamistische Terroristen das Internet. Aber auch der Kampf gegen den Terror findet in der virtuellen Welt statt.

Generalbundesanwältin Monika Harms hat am Freitag in Karlsruhe vor der zunehmenden Tätigkeit islamistischer Terrorhelfer im Internet gewarnt. Die Zunahme des «Cyber-Dschihadismus» sei eine neue Entwicklung, sagte Harms.

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Bundesanwalt Rainer Griesbaum sieht darin den derzeitigen Schwerpunkt der Aktivitäten internationaler Terrornetzwerke: «Diese Propagandasäule ist nach unserem Dafürhalten derzeit die stärkste Betätigung der beiden terroristischen Vereinigungen Al Qaeda und Al Qaeda im Zweistromland», sagte der Abteilungsleiter innere Sicherheit der Bundesanwaltschaft.

Die Bedeutung der Internet-Propaganda sei auch bei den Ermittlungen im Fall des Kofferbomben- Attentäters deutlich geworden. Mit ihrer Propaganda im Internet bringen die terroristischen Vereinigungen die auf der ganzen Welt verstreuten Kämpfer und Unterstützer auf ihre Linie. «So lässt sich anonym und schnell ein Netzwerk aufrechterhalten», sagte Griesbaum.

Nicht nur Terroristen

Mehrfach haben Hamburger IT-Spezialisten in der Vergangenheit mit einer speziellen Fahndungs-Technologie geheime Server des Terrornetzwerkes Al Qaeda identifizieren können. Einige der Server standen in Europa, auch in Deutschland, andere in Nordamerika. Auf den Computer fanden sich Aufrufe und Anleitungen zum Terrorkampf, aber auch Videos, in denen die Terroristen ihre Anschläge dokumentierten.

Doch nicht nur Terroristen nutzen moderne Kommunikationstechnik. So versucht die auf psychologische Kriegsführung spezialisierte britische Armee-Einheit 15 (UK) Psychological Operations Group Mitglieder der Taliban in Afghanistan mit Kurzmitteilungen zu verunsichern und vom Kampf abzuhalten. «Wir wissen, wer Du bist. Gib auf!», lesen die Kämpfer zum Beispiel auf dem Display ihres Mobiltelefons, oder: «Geh nach Hause. Ihr werdet uns niemals besiegen.»

Wirkungsvoller als diese Einschüchterungsversuche dürften hingegen gezielte Desinformation sein, bei der eine per verschickte SMS Falschmeldung als Nachricht aus den eigenen Reihen getarnt wird. Die Mobilnummern der Taliban-Kämpfer bekommt die Armee-Einheit vom Geheimdienst. (nz)

 
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