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Bundesrat billigt Anti-Terror-Datei

15. Dez 2006 14:26
Bundesrat
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Die Länderkammer hat am Freitag eine Vielzahl von Gesetzen der Großen Koalition verabschiedet - darunter das Stasi-Unterlagen-Gesetz, die Anti-Terror-Datei und das Verbot von Zigarettenwerbung in Medien.

Der Bundesrat hat am Freitag eine Reihe von Gesetzen gebilligt. Gut fünf Jahre nach den Terroranschlägen in den USA werden die damals befristet erlassenen Sicherheitsgesetze um weitere fünf Jahre verlängert und um mehr Befugnisse für die Geheimdienste erweitert. Ohne Aussprache billigte der Bundesrat am Freitag den Aufbau einer Anti-Terror-Datei und die Erweiterung der Anti-Terror-Gesetze. Die lange umstrittene Datei beim Bundeskriminalamt (BKA) soll die bei den 38 Polizei- und Geheimdienstbehörden des Bundes und der Länder vorhandenen Informationen vernetzen und für einen schnellen Zugriff zur Verfügung stellen.

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Ebenfalls stimmte der Bundesrat der von den Ländern mit der Bundesregierung verabredeten neuen Föderalismuskommission zu. Der Kommission sollen die 16 Ministerpräsidenten, 16 Vertreter des Bundes und vier weitere nicht stimmberechtigte Vertreter der Landtage angehören. In der zweiten Stufe der Föderalismusreform sollen die komplizierten Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern neu geregelt werden. Mit der im September in Kraft getretenen ersten Stufe waren die Gesetzeszuständigkeiten neu geordnet worden. Der Bund hat dabei viele Kompetenzen an die Länder abgegeben.

Gesamtausgaben von 270,5 Milliarden Euro

Auch die unterschiedliche Aufteilung der Milliarden-Zuschüsse des Bundes zu den Unterkunftskosten von Empfängern Arbeitslosengeld II hat trotz verfassungsrechtlicher Bedenken die letzte parlamentarische Hürde genommen. Der Bundesrat stimmte am Freitag einer differenzierten Quotenregelung zu. Zuletzt aufgekommene Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Regelung wies die Länderkammer zurück. Die Neuregelung steht jedoch unter dem Vorbehalt der Prüfung und Unterzeichnung durch Bundespräsident Horst Köhler.

Der Bundesrat stimmte zudem dem Haushalt des Bundes für 2007 zu. Dieser sieht Gesamtausgaben von 270,5 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung des Bundes soll auf rund 19,6 Milliarden gesenkt werden. Das ist das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung. Die Investitionssumme beläuft sich auf knapp 24 Milliarden. Damit wird erstmals seit Jahren die Schuldenregel des Grundgesetzes wieder eingehalten. Danach darf die Neuverschuldung die Investitionssumme nicht übersteigen.

Mehr Rechte für Opfer

Auch das Justizmodernisierungsgesetz wurde gebilligt. Damit werden den Opfern von Straftaten mehr Rechte eingeräumt. Vor allem soll der Opferschutz bei Prozessen gegen jugendliche Straftäter verbessert werden. Künftig wird bei Jugendstrafverfahren ein Opferanwalt zugelassen, der die Rechte der Geschädigten vertreten kann. Darüber hinaus werden bei besonders schweren Verbrechen auch im Jugendstrafrecht Nebenkläger zugelassen.

Der Bundesrat verabschiedete ebenso das neue Stasi-Unterlagen-Gesetz. Der Bundestag hatte das Gesetz Ende November verabschiedet. Damit können in den nächsten fünf Jahren führende Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes weiter auf eine eventuelle Stasi-Vergangenheit überprüft werden. Das alte Gesetz war auf 15 Jahre bis Ende 2006 befristet. Die Verlängerung war erst nach zähem Ringen zu Stande gekommen. Ursprünglich wollten Union, SPD und Grüne die Regelüberprüfung im öffentlichen Dienst auslaufen lassen. Künftig wird die Überprüfung aber beschränkt auf Minister, Abgeordnete, Richter, hohe Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst sowie höhere Sportfunktionäre.

Auch das vom Bundestag beschlossene Verbot von Zigarettenwerbung in Medien passierte den Bundesrat. Damit wird die Reklame für Tabakerzeugnisse in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet sowie bei Sportveranstaltungen mit Fernsehübertragungen künftig untersagt. Erlaubt bleibt die Tabakwerbung im Kino und auf Plakaten. Bund und Länder sehen in dem Verbot einen Beitrag zum Schutz der Nichtraucher. Am Dienstag hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) eine Klage der früheren Bundesregierung gegen das Werbeverbot zurückgewiesen. (nz)

 
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