netzeitung.deBöhmer gegen Abschaffung von Hauptschulen

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Hauptschüler in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hauptschüler in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dass viele Schulen in Deutschland in den letzten Jahren manches versäumt haben, ist für die Integrations- Beauftragte der Bundesregierung kein Grund, die Hauptschule «totzureden». Böhmer hat auch ein gutes Beispiel parat. Interview: «Die Hauptschule ist eine Chance»

Die Integrations- Beauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat die deutschen Hauptschulen gegen Kritik verteidigt. «Es ist ein großer Fehler, die Hauptschule totzureden», sagte die CDU-Politikerin der Netzeitung. «Die Hauptschule ist eine Chance für Jugendliche, die früh in den Beruf wollen» Dafür brauche Deutschland diese Schulform. «Wir müssen sie aber fit machen, damit sie diese Aufgabe erfüllen kann», forderte die Staatsministerin.

Hauptschulen waren nach verschiedenen Gewaltvorfällen immer wieder in die Kritik geraten. Zudem landen meist Migrantenkinder dort, weil sie den Anforderungen an Realschulen und Gymnasien nicht gewachsen sind. Die Gewerkschaft Bildung und Erziehung hatte verlangt, eine Einheitsschule einzuführen, statt die Schüler früh zu separieren. Kritiker wie der Bürgermeister des von vielen Migranten bewohnten Berliner Stadtteils Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), forderte die Abschaffung, weil die Hautschule zur «Resteschule» werde und Jugendliche «stigmatisiert und demotiviert».

Lehrerteams und Schülerfirmen
Böhmer bekannte, an vielen Schulen sei «in den letzten Jahren manches versäumt worden». Unvorbereitete Lehrerkollegien oder fehlender Kontakt zwischen Lehrern und Eltern zählten zu den Hauptproblemen. Als ein positives Gegenbeispiel nannte Böhmer Bremen, wo Lehrer aus Schulen mit hohem Migrantenanteil sämtliche Eltern der fünften Klassen besuchen, um einen engen Kontakt zu den Eltern zu knüpfen. «Das sollte bundesweit Schule machen», so die Staatsministerin.

Wie Böhmer schilderte, gestalten die Bremer Lehrer den Unterricht um, indem sie Teams bilden, Schüler gründen Firmen, um sich auf die Berufswelt vorzubereiten. Dies habe das Zusammenleben und den Lernerfolg an den Schulen deutlich verbessert. (nz)