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Weniger Interesse an Bleiberecht als erwartet

08. Dez 2006 07:46
Integrationsbeauftragte Böhmer
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Nach dem Länder- Kompromiss zum Bleiberecht hatte Bundes- Integrationsbeauftragte Böhmer mit einem größeren Zulauf in den Ausländerbehörden gerechnet. Nun sollen die Arbeitgeber helfen.

Interview:
Nach dem Länder- Kompromiss zum Bleiberecht zeigt sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, über das geringe Interesse von Ausländern an einer Einbürgerung enttäuscht. «Ich habe erwartet, dass mehr geduldete Ausländer die Chance nutzen würden», sagte Böhmer der Netzeitung. All diejenigen, die geduldet sind und arbeiten oder eine Arbeit annehmen wollen, sollten sich in den nächsten Monaten unbedingt bei den Ausländerbehörden melden.

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  • Dass mehr Geduldete ein Bleiberecht beantragen können, liege jedoch in der Verantwortung der Unternehmen: «Insbesondere appelliere ich an die Arbeitgeber, diesen Personen Jobs anzubieten», sagte die Staatsministerin. Befürchtungen, dass die vorhandenen offenen Stellen selbst für deutsche Langzeitarbeitslose kaum reichen, entkräftete Böhmer: «Es geht vermehrt um den Sektor der einfacheren Tätigkeiten.» Deutsche würden auch nicht neidisch reagieren. «Wenn jemand arbeiten will, dann wird das von der Bevölkerung auch akzeptiert.» Eine Neiddebatte sollte «auch nicht herbeigeredet» werden.

    Die Innenminister der Länder hatten sich Mitte November darauf geeinigt, in Deutschland geduldeten Ausländern ein Bleiberecht zu gewähren, sofern sie spätestens bis Ende September 2007 einen Arbeitsplatz nachweisen. Zudem sollten Alleinstehende mindestens acht Jahre, Familien mindestens sechs Jahre in Deutschland leben, also wirtschaftlich und sozial integriert sein.

    Die Ausländerbehörden hatten in den Tagen nach dem Kompromiss ein «gesteigertes Interesse» registriert - der große Ansturm war jedoch ausgeblieben. (nz)

     
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