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Polizei bleibt vor Schulen im Südwesten

07. Dez 2006 09:19
Die Polizei sichert die Abfahrt von Schülern in Offenburg
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Die Stimmung in Baden-Württembergs Schulen nach der anonymen Amok-Drohung bleibt angespannt - die Polizei zeigt Präsenz. Hinweise auf Verbindungen von der Leiche eines 18-Jährigen zu einer Drohung im Internet gibt es nicht.

Nach der Ankündigung eines Amoklaufs an einer baden-württembergischen Schule zeigt die Polizei am Donnerstag vor den Schulen im Südwesten weiter Präsenz. «Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», sagte ein Sprecher. «Das Risiko von Trittbrettfahrern ist zu hoch.»

Ein Unbekannter hatte in einem Internet-Forum des Spiels «Counterstrike» Mitspielern geschrieben, dass er an seiner Schule am gestrigen Mittwoch in Baden-Württemberg für ein Blutbad sorgen wolle. Am Nachmittag fand die Polizei die Leiche eines 18-jährigen Offenburger Schülers, den seine Eltern als vermisst gemeldet hatten.

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Der Polizeisprecher sagte, es sei weiter ungeklärt, ob er die Ankündigung verfasst habe. «Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren.» Es gebe zahlreiche Hinweise von Lehrern, Eltern und Schülern auf verhaltensauffällige Mitschüler. Diese würden überprüft. Ergebnisse gebe es derzeit nicht. Die Sache sei «sehr komplex», sagte der Sprecher.

Kultusminister Helmut Rau (CDU) forderte die Eltern auf, ihre Kinder nicht zu Hause zu lassen. Am Mittwoch waren einige Schulen im Land geschlossen geblieben. Der Polizeisprecher schloss nicht aus, dass auch am Donnerstag vereinzelt der Unterricht ausfallen kann.

Zu spät und nur per Mail

Unterdessen mehren sich Kritik am Vorgehen der Landesregierung sowie Forderungen nach Konsequenzen. Der Landeselternbeirat in Baden- Württemberg mahnte eine bessere Informationspolitik des Kultusministeriums an: Es sei bedauerlich, dass die Warnung so spät und dann auch nur über E-Mail an die Schulleiter gegangen sei.

Die Lehrergewerkschaft GEW forderte ein verbessertes Krisenmanagement. «Wir sollten die Ängste der Schüler, Eltern und Lehrer nicht beiseite schieben, sondern sie in den Klassenzimmern auch in Zukunft zum Thema machen», sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem.

Verbot von Killerspielen verlangt

Heribert Rech Foto: dpa
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Landesinnenminister Heribert Rech (CDU) schloss sich Forderungen nach einem Verbot so genannter Killerspiele an: «Das wird das Problem zwar nicht lösen», räumte er ein. «Aber wir können nicht tatenlos zuschauen.» Es sei «atemberaubend», wie sich das Internet zu einem Kriminalitätsschauplatz entwickelt habe.

Bayern und Niedersachsen wollen mit einer gemeinsamen Bundesrats-Initiative ein Verbot von Killerspielen durchsetzen. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) will dazu den Gewaltdarstellungs-Paragrafen 131 des Strafgesetzbuchs so ändern, dass die Herstellung, Verbreitung und Nutzung Gewalt verherrlichender Computerspiele bestraft werden kann. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will demgegenüber derzeit kein neues Strafgesetz gegen Killerspiele schaffen.

Polizei will mehr Personal

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte mehr qualifiziertes Personal bei der Polizei. Für die Fahndung im Internet seien Beamte nötig, die genauso klug sind, wie diejenigen, die sich «in den Netzen verstecken», sagte der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen am Mittwoch im Saarländischen Rundfunk. Dafür müsse auch mehr Geld ausgegeben werden. (nz)

 
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