06.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Polizei hat in München einen Mann festgenommen, der im Internet eine Bluttat in Anlehnung an den Amoklauf von Emsdetten angekündigt hatte. Die Polizei spricht von einem Trittbrettfahrer, von dem keine Gefahr ausgeht.
Nach einem angedrohten Amoklauf hat die Polizei in München einen Mann festgenommen. Der 21-Jährige habe im Internet verbreitet, er hege Sympathie für den Amokläufer von Emsdetten und könne dessen Motive nachvollziehen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Er habe sich bereits eine Waffe besorgt und plane nun an seiner Arbeitsstätte eine ähnliche Tat wie der Amokläufer von Emsdetten. Dort hatte ein 18-Jähriger vor zwei Wochen in seiner Schule 37 Menschen verletzt und sich selbst getötet.
Ein Internetnutzer aus Nürnberg las die Ankündigung des 21-Jährigen und informierte die Polizei. Bei seiner Festnahme am Montag gab er an, er sei arbeitslos und habe sich gelangweilt. Er habe nie die Absicht gehabt, seine Drohung umzusetzen, eine Waffe habe er nie besessen.
Von dem Mann gehe keine Gefahr aus, sagte ein Sprecher der Polizei in München der Netzeitung. Es handele sich mit großer Sicherheit um einen Trittbrettfahrer. Es gebe auch keine Hinweise auf weitere Taten außerhalb Münchens. Deswegen sei auch davon auszugehen, dass keine Verbindung zu der Amok-Drohung in Baden-Württemberg bestehe.
Amok-Drohung im SüdwestenDas Kultusministerium von Baden-Württemberg hatte am Dienstag alle Schulen des Landes in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem eine anonyme Person im Internet angekündigt hatte, am Nikolaustag in einer Schule des Landes Amok zu laufen. Die Polizei fahndete daraufhin nach einem vermissten 18-jährigen Gymnasiasten aus Offenburg.
Am frühen Mittwochnachmittag wurde seine Leiche in einem Waldstück in Meißenheim bei Lahr im Ortenaukreis gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sich der 18-Jährige selbst getötet hat. Eine Verbindung zu der Amok-Drohung konnte die Polizei bisher nach eigenen Angaben nicht herstellen. (nz)