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Südwest-SPD unterstützt Warnung an Schulen

06. Dez 2006 15:05
Jörg Tauss
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Der Generalsekretär der baden-württembergischen SPD hält angesichts der Amok-Drohung die Warnung an alle Schulen im Land für richtig. Im Gespräch mit der Netzeitung wandte sich Jörg Tauss zudem gegen ein Verbot von Killerspielen.

Der Generalsekretär der SPD in Baden-Württemberg, Jörg Tauss, hat die frühzeitige Warnung des baden-württembergischen Kultusministeriums vor dem per Internet angekündigten Amoklauf an einer Schule verteidigt. Die konkreten Hinweise der Polizei hätten die Warnung gerechtfertigt, auch wenn die Gefahr bestehe, dass «damit Schülerstreichen Tür und Tor geöffnet werden», sagte Tauss der Netzeitung.

Mehr in der Netzeitung:
Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die den Umgang der baden-württembergischen Behörden mit der Warnung kritisiert hatte wies der SPD-Bundestagabgeordnete zurück. Die GdP schüre «sonst selbst systematisch die Hysterie im Bezug auf die innere Sicherheit», sagte Tauss.

Keine flächendeckende Schließung

Ein flächendeckende Schließung von Schulen angesichts einer solchen Drohung im Internet lehnte Tauss ab. Vielmehr müsse sich das Lehrerkollegium «Gedanken machen, ob es an ihrer Schule Schüler gibt, die gefährdet sind». Zudem solle mit den Schülern darüber gesprochen werden, was in einer bedrohlichen Situation zu tun sei und wer für sie als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

Das Kultusministerium von Baden-Württemberg hatte am Dienstag alle Schulen des Landes in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem eine anonyme Person im Internet angekündigt hatte, am Nikolaustag in einer Schule des Landes Amok zu laufen. Daraufhin meldeten sich viele besorgte Eltern bei den Stuttgarter Behörden. Die Polizei fahndete daraufhin nach einem vermissten 18-jährigen Gymnasiasten aus Offenburg.

Oettinger will Killerspiele verbieten

Am frühen Mittwochnachmittag wurde seine Leiche in einem Waldstück in Meißenheim bei Lahr (Ortenaukreis) gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sich der 18-Jährige selbst getötet hat. Er soll bewaffnet gewesen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er eine sehr alte Pistole aus Familienbesitz bei sich, die vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg stammte, sagte ein Polizeisprecher.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger sprach sich unter dem Eindruck der Ereignisse in Offenburg für ein striktes Verbot aller Killerspiele auf Computern aus. Er halte dies für notwendig, soweit dies durchsetzbar sei, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch am Rande einer Landtagssitzung in Stuttgart. Ähnlich äußerte sich auch der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau (CDU). «Das braucht die Menschheit nicht, und damit dürfen auch keine Geschäfte gemacht werden.»

Südwest-SPD gegen Killerspiel-Verbot

Die baden-württembergische CDU schloss sich damit im Grundsatz der Haltung Bayerns an, das am Vortag einen Gesetzentwurf gegen gewaltverherrlichende Computerspiele angekündigt hatte. Nach Darstellung des bayerischen Innenministeriums sollen im Falle der Zuwiderhandlung gegen das geplante Verbot Hersteller, Händler und Käufer von Killerspielen mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden können.

Die Südwest-SPD wies die Verbots-Forderungen als «populistisches dummes Zeug» zurück. «Ein Computerspiel kann nicht schuld an der Gewalttätigkeit eines Menschen sein», sagte Generalsekretär Tauss. Da kämen «20 Faktoren zusammen».

Er sprach sich stattdessen für den verstärkten Einsatz von Sozialarbeitern und Psychologen an Schulen aus. Tauss, der als Bildungsexperte seiner Partei im Bundestag fungiert, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass in Baden-Württemberg Schulpsychologen abgezogen worden seien. Zusammen mit Eltern und Lehrern müssten daher die «auffälligen Schüler in einer auswegslosen Situation» herausgefunden und angesprochen werden. Dabei müssten auch die Schüler ernster genommen werden.

 
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