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Polizei kritisiert «Rummel» um Amok-Warnung

06. Dez 2006 12:55
Polizeikontrolle in einem Gymnasium in Offenburg
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Die Gewerkschaft der Polizei wirft den Behörden in Baden-Württemberg Panikmache vor. Mit der Warnung vor einem Amoklauf an einer Schule werde die Katastrophe herbeigeredet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die öffentliche Warnung der baden-württembergischen Behörden vor einem Amoklauf an einer Schule kritisiert. «Man kann ja fast den Eindruck haben, da wird eine Katastrophe förmlich herbeigeredet.», sagte der baden- württembergische GdP-Landesvorsitzende Josef Schneider. «Das hätte man so in der Öffentlichkeit nicht diskutieren dürfen». Besser wäre es aus seiner Sicht gewesen, zunächst nur die Polizeidienststellen und die Schulleitungen über die Warnung zu informieren.

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Das Kultusministerium von Baden-Württemberg hatte am Dienstag alle Schulen des Landes in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem eine anonyme Person im Internet angekündigt hatte, am Nikolaustag in einer Schule in Baden-Württemberg Amok zu laufen. Daraufhin meldeten sich viele besorgte Eltern bei den Stuttgarter Behörden. Die Polizei fahndet nach einem vermissten 18-jährigen Gymnasiasten aus Offenburg und untersuchte dessen Schule. Eine Schule in Karlsruhe sagte den Unterricht am Mittwoch ab.

Schneider warnte vor Trittbrettfahrern, die durch den Rummel um die aktuelle Amokwarnung zur Nachahmung verleitet werden könnten. «Im Internet tummelt sich ja ein bunter Haufen von Menschen, da kann jetzt jeden Tag jemand etwas reinschreiben. Die Frage ist, ob wir uns von solchen Menschen terrorisieren lassen wollen.»

Der GdP-Vorsitzende betonte, dass die Polizei nicht in der Lage sei, absolute Sicherheit zu garantieren: «Die Polizei kann nicht an allen Schulen in Baden-Württemberg zur gleichen Zeit mit der gleichen Stärke präsent sein.» Das gelte unabhängig von der Frage, ob die Polizei im Land derzeit mit ausreichend Personal ausgestattet sei. Am Mittwoch bleibe aber wegen des Einsatzes vieler Beamten an Schulen andere Arbeit liegen. Dazu gehöre etwa die Verkehrsüberwachung. Dennoch sei es richtig, Polizisten in die Schulen zu schicken, sagte Schneider. «Man muss die Menschen ja beruhigen.» (nz)

 
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