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Karlsruher Schule nach Amok-Drohung dicht

06. Dez 2006 11:52
Fichte-Gymnasium in Karlsruhe
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Die Leiterin des Karlsruher Fichte-Gymnasiums will «das zwar nicht hochspielen». Nach der Drohung mit einem Amoklauf zum Nikolaustag sollen ihre Schüler aber lieber erst am Donnerstag wieder zum Unterricht kommen.

Angesichts einer im Internet verbreiteten Drohung mit einem Amoklauf an einer baden-württembergischen Schule bleibt das Karlsruher Fichte-Gymnasium am Mittwoch geschlossen. «Mir geht die Sicherheit der Schüler vor», begründete Schulleiterin Ingeborg Kraus den Schritt.

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Sie wolle «das zwar nicht hochspielen», sagte sie mit Blick auf die Drohung. Sie könne aber für die Sicherheit der rund 750 Schüler nicht garantieren. Daher werde das Gymnasium erst am Donnerstag wieder geöffnet.

Wegen des Amoklauf-Verdachts wurden auch an den Schulen in Mannheim die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. «Viele Schulen verzichten auf die Hofpause, die Kinder bleiben im Klassenzimmer», sagte der Leiter des Staatlichen Schulamts, Botho Stern, am Mittwoch. An großen Schulen werde nur noch ein Eingang offen gehalten, Hausmeister oder Lehrer kontrollierten den Zutritt. Auch die Polizei sei «sehr präsent».

Polizeiwagen vor einer Schule in Offenburg
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Wenn Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schickten, hätten die Schulen großes Verständnis, betonte Stern. «Das hat keine Konsequenzen.» Wie viele Schüler am Mittwoch zu Hause blieben, konnte er nicht sagen. Insgesamt hätten die Schulen «sehr gelassen» reagiert: «Wir hoffen, dass es heute Abend Entwarnung gibt.»

18-Jähriger vermisst

Landes-Kultusminister Helmut Rau (CDU) hatte angesichts der Drohung am Dienstagabend alle Schulen des Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Die Polizei fahndete am Mittwochmorgen nach eigenen Angaben nach einem 18-Jährigen aus Offenburg, der als vermisst gelte. Ein Polizeisprecher wollte sich indes nicht äußern, ob der Gymnasiast als möglicher Täter in frage kommt oder ob er bereits in der Vergangenheit auffällig geworden sei.

Der Behördensprecher sagte lediglich, sowohl die aktuelle Schule des Gesuchten in Offenburg wie auch das Gymnasium in Neuried-Ichenheim, wo er vor seinem Umzug die Mittlere Reife erworben habe, seien sicherhaltshalber durchsucht worden. Mitschüler seien ebenfalls überprüft worden, ob sie Waffen in die Schule geschmuggelt hätten. An beiden Schule werde der Lehrbetrieb nach der Polizeiaktion wie gewohnt aufgenommen, betonte der Sprecher.

«Ernsthaftigkeit der Drohung» unbewiesen

Helmut Rau Foto: dpa
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Kultusminister Rau verteidigte unterdessen seine Warnung: Die Angelegenheit müsse ernst genommen werde, sagte er. Zugleich warnte er allerdings vor Panik. In Stuttgart hatten zuvor nach Behördenangaben mehrere besorgte Eltern angerufen, die wissen wollten, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken könnten. Dabei kann die Polizei nach eigenen Angaben «derzeit keine abschließende Bewertung» über die «Ernsthaftigkeit der Drohung» abgeben.

Erst Ende November hatte der Amok-Lauf eines Schülers im westfälischen Emsdetten für Schlagzeilen gesorgt. Er hatte sich erschossen, nachdem er mehrere Menschen verletzt hatte. Später wurde bekannt, dass er seine Tatpläne bereits lange vorher ins Internet gestellt hatte. Der Fall hatte auch die Debatte um ein Verbot so gennnter Killerspiele neu entfacht. (nz)

 
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