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Harte Strafen für Killerspiel-Hersteller geplant

05. Dez 2006 15:02
Teenager spielt 'Counterstrike'
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Die bayerische Landesregierung hat ihre Pläne für ein Verbot so genannter Killerspiele konkretisiert. Innenminister Beckstein plant eine Gesetzesinitiative, die harte Strafen vorsieht.

Das vor wenigen Wochen von Bayern und Niedersachsen angeregte Verbot Gewalt verherrlichender Computerspiele nimmt konkrete Form an: Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) will den Gewaltdarstellungs- Paragrafen 131 des Strafgesetzbuchs so ändern, dass Herstellung, Verbreitung und Nutzung so genannter Killerspiele bestraft werden kann. «Wir haben das Ziel, möglichst schnell zu konkreten gesetzgeberischen Lösungen zu kommen», sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in München.

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Nach den Vorschlägen Becksteins könnten Herstellung, Vertrieb, Kauf und Nutzung menschenverachtender Computerspiele mit bis zu einem Jahr Haft bestraft werden. Wie der Ministeriumssprecher sagte, muss es in der Praxis allerdings Differenzierungsmöglichkeiten geben: «Wer gewerbsmäßig die übelsten Killerspiele auf den Markt bringt, wird sicherlich anders bestraft werden als jemand, der so ein Spiel von einem Freund ausgeliehen hat.»

«Einüben von Gewalt in Killerspiele»

Günther Beckstein Foto: dpa
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Beckstein sagte dem Nachrichtensender N24, solche Killerspiele hätten eine gegenüber Gewalt abstumpfende und für bestimmte labile Charaktere auch stimulierende Wirkung. «Wir können uns nicht nur einfach darüber aufregen und darüber philosophieren, dass leider die Gewalt gerade bei jungen Leuten massiv zunimmt (...) und das Einüben von Gewalt in menschenverachtenden Killerspielen dann ermöglichen.»

Nach dem Überfall eine 18-jährigen Ex-Schülers auf eine Realschule im westfälischen Emsdetten vor rund zwei Wochen hatten mehrere Länder - darunter Bayern - eine Bundesratsinitiative für ein Verbot von Killerspielen angekündigt.

Beschluss schon Anfang 2007?

«Über das Ziel herrscht viel Einigkeit», sagte der Ministeriumssprecher. Aus verfassungsrechtlichen Gründen sei die Umsetzung im Detail aber nicht leicht. «Mit der Konkretisierung ist Bayern einen Schritt weiter gegangen.» Becksteins Vorschläge könnten als Grundlage für einen «wasserdichten» Gesetzesentwurf dienen. «Der Diskussionsvorschlag ist so angelegt, dass man im Detail darüber reden kann.» Die Bundesratsinitiative solle Anfang 2007 auf den Weg gebracht werden. «Wir wollen nicht, dass man das Thema auf die lange Bank schiebt.» (nz)

 
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