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Theologe Küng wirft Bush «Prestigepolitik» vor

03. Dez 2006 21:56
Theologe Küng
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Der katholische Theologe Küng hat US-Präsident Bush für «rücksichtslose, neo-imperiale Interessen-, Macht- und Prestigepolitik» kritisiert. Für die Missbilligung nutzte er seine Ehrung mit dem Lew-Kopelew-Preis.

Der katholische Theologe und Religionswissenschaftler Hans Küng hat am Sonntag in Köln den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2006 erhalten. Der Vorsitzende des Lew-Kopelew-Forums, WDR-Intendant Fritz Pleitgen, würdigte die Bereitschaft des 78-Jährigen, «sich bei aller Friedfertigkeit auch mit der höchsten Obrigkeit anzulegen». Küng kritisierte in seiner Dankesrede die Politik der US-Regierung als einen Rückfall in das überholte Paradigma der Aggression.

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Der Initiator der Stiftung «Weltethos» werde für seinen unermüdlichen Einsatz für ein besseres Verständnis zwischen den großen Weltreligionen ausgezeichnet, hieß es in der Preisbegründung. Küng habe es sich zur Aufgabe gemacht, eine allgemein gültige Grundlage für das Miteinander der verschiedenen Religionen zu schaffen. Der Schweizer Theologe wurde bekannt, weil ihm wegen Kritik an der Unfehlbarkeit des Papstes die Lehrerlaubnis entzogen wurde.

Küng ging in seiner Rede mit scharfen Worten gegen «rücksichtslose, neo-imperiale Interessen-, Macht- und Prestigepolitik» der USA Vor. Präsident George W. die Bush präsentiere sich zwar als Christ, doch in Wahrheit betreibe er eine menschenverachtende Machtpolitik. Dazu gehörten «Angriffskriege, unmenschliche Behandlung von Kriegsgefangenen und Zivilpersonen und massive Verletzung der Menschenrechte». Dies alles habe zu einem noch nie da gewesenen Verlust an moralischer Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten geführt, sagte Küng am Sonntag in Köln.

Der undotierte Lew-Kopelew-Preis wird seit 2001 an Menschen, Organisationen oder Projekte verliehen, die im Sinne des russischen Schriftstellers tätig sind. Der 1912 geborene Menschenrechtler und Dissident lebte nach seiner Ausbürgerung in Köln, wo er 1997 starb. (nz)

 
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