Kretschmer sagte: «Ich habe Herrn Nitzsche damals klar gemacht, dass seine Äußerungen für die Partei inakzeptabel sind und er sie künftig zu unterlassen hat.» Vorwürfe, den Vorfall verschwiegen zu haben, wies er zurück. Nachdem der Vorfall jetzt öffentlich wurde, drohte die CDU-Spitze Nitzsche bei erneuten rechtslastigen Äußerungen mit dem Parteiausschluss. Politiker von Grünen, Linkspartei und SPD verurteilten Nitzsches Verhalten scharf. Auch aus der CDU waren Kritik und die Forderung gekommen, die Parteiführung sich mit dem Fall befassen.SPD-Chef Kurt Beck warf der CDU Zögerlichkeit vor. «Dass die Union dort nicht Ordnung schafft, dass die CDU diesen Mann nicht einmal rügt, das kann nicht hingenommen werden», sagte Beck auf dem hessischen Landesparteitag der Sozialdemokraten in Rotenburg an der Fulda. SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen forderte von CDU-Chefin Angela Merkel und Unions-Fraktionschef Volker Kauder «klare Worte» gegen Nitzsche.
Der sächsische Christdemokrat habe sich mit seinen «neuerlichen Ausfällen» bewusst auf die Seite der Rechtsextremen und Antidemokraten gestellt. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy legte der CDU in der «Berliner Zeitung» nahe, Nitzsche bei der nächsten Wahl nicht mehr aufzustellen. (dpa)