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Mehdorn lenkt im Streit um NS-Schau ein

01. Dez 2006 15:08
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn
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Die Deutsche Bahn ist jetzt doch bereit, eine Ausstellung über die Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit auf ihren Bahnhöfen zu zeigen. Politiker reagierten zufrieden auf das Ende des Streits.

Im Streit über eine Ausstellung zu Deportationen mit der Reichsbahn während des Nationalsozialismus hat die Deutsche Bahn nach Appellen aus der Politik eingelenkt. Wie der bundeseigene Konzern und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten, soll eine neue Wanderausstellung «sowohl in Bahnhöfen als auch in deren unmittelbarer Nähe» gezeigt werden.

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Die Bahn hatte eine Schau direkt in Bahnhöfen bisher abgelehnt, da diese wegen der dort herrschenden Hast und Eile «keine Orte für ein derart ernstes Thema» seien. Mit dem nun gefundenen Konzept entspreche die Bahn «auch einem besonderen Anliegen von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)», hieß es.

Die Ausstellung mit einem zentralen Fokus auf dem «unermesslichen Leid der deportierten jüdischen Kinder» soll am 27. Januar 2008 - dem Tag des Gedenkens an die NS-Opfer - in Berlin eröffnet werden. Basis solle eine bestehende Ausstellung des Bahn-Museums in Nürnberg sein. Zudem werde die deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld gebeten, eigenes Material zur Verfügung zu stellen, um Elemente einer bereits in französischen Bahnhöfen gezeigten Schau zum Schicksal von 11.000 deportierten Kindern zu integrieren.

Neue Erkenntnisse

Aufgenommen werden sollen außerdem neue Erkenntnisse etwa des Deutschen Technikmuseums Berlin. Die neue Wanderausstellung soll nicht nur an Bahn-Standorten gezeigt werden, sondern etwa auch Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Monika Griefahn, begrüßte die Verständigung. «Damit zeigt der Bahnchef, dass auch die Deutsche Bahn angemessene Sensibilität für die Aufarbeitung der eigenen Geschichte aufbringt.» Es sei wichtig, die Erinnerung nicht in Museen zu verbannen. Durch die Einbeziehung von Bahnhöfen würden Menschen an denselben öffentlichen Orten mit der Deportation konfrontiert, an denen sie sich im Nationalsozialismus abgespielt habe.

Respekt

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, zollte der Bahn Respekt für ihre Entscheidung. Die Reichsbahn sei tief in die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten verstrickt gewesen, sagte er. Die Entscheidung von Bahnchef Hartmut Mehdorn sei daher «ein wichtiges Signal». Die Zusage des Konzerns zu dem Projekt sei Ausdruck der Bereitschaft, sich diesem Teil der deutschen Geschichte anzunähern, sagte Beckmeyer.

Neben Tiefensee hatte in den vergangenen Wochen unter anderem auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) die Bahn zu einem Einlenken aufgefordert. (nz)

 
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