28. Nov 2006 11:58, ergänzt 15:48
Mit einer komplizierten und groß angelegten Razzia hat die Polizei in Südbayern ein Waffenlager von Rechtsextremen ausgehoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen nur als Statussymbole benutzt wurden.
Die Fahnder stellten dabei auch rechtsradikales Material wie Fahnen und Helme mit Hakenkreuzsymbolen sicher. «Alle Beschuldigten sind der rechtsextremen Szene zuzuordnen», teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit. Gegen die Männer werde seit mehreren Monaten wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Die insgesamt zehn Beschuldigten im Alter zwischen 24 und 56 Jahren stünden im Verdacht als kriminelle Vereinigung zielgerichtet bei Einbrüchen Waffen gestohlen zu haben. Gegen vier der Verdächtigen seien bereits unmittelbar vor der Razzia Haftbefehle erlassen worden, drei weitere wurden vorläufig festgenommen. Es werde geprüft, ob die Beschuldigten auch gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hätten.
An den Durchsuchungsaktionen nahmen 370 Polizeibeamte teil, darunter auch Kräfte eines Sondereinsatzkommandos und Hundeführer. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler haben die Beschuldigten keine Anschläge geplant, sondern sich die Waffen als «Statussymbole» zum Angeben in der rechtsextremen Szene beschafft.
Die Durchsuchungen in den Landkreisen Rosenheim und Ebersberg seien sehr schwierig gewesen, hieß es. Denn es habe sich zum Teil um Gehöfte mit einer Reihe von Nebengebäuden gehandelt. In einem Gebäude in Rosenheim wurde eigens ein Radlader angefordert, um Holzstöße zu versetzen und so mögliche Waffenverstecke zu entdecken. (nz)