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Alte Lehrmethoden verhindern Mathe-Erfolg

17. Nov 2006 17:56
Die Lehrer in Deutschland sollen besser werden
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Mathematik und Naturwissenschaften sind für Schüler in Deutschland nach wie vor ein Problem. Die Pisa-Studie zeigt, dass vor allem Lehrer alten Stils 15-Jährigen nur sehr wenig beibringen konnten.

Nach wie vor haben viele Schüler der 10. Klassen in Deutschland Probleme mit Mathematik und den Naturwissenschaften. Verantwortlich sind schlechter Unterricht und veraltete Methoden, wie eine Pisa-Nachfolgestudie ergab. Bei der Vorstellung der Studie am Freitag in Berlin forderten Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) eine dringende Verbesserung der Lehrerbildung und der Unterrichtsqualität.

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Etwa 40 Prozent der Schüler machen demnach in der zehnten Klasse im Mathematik- Unterricht keine Fortschritte, in den Naturkundefächern lernen mehr als die Hälfte der Jugendlichen in dieser Klassenstufe nichts dazu.

Große Unterschiede gab es zwischen den verschiedenen Unterrichtsmethoden. Danach stiegen die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schüler in Klassen mit aktiven, nach modernen Methoden unterrichtenden Lehrern vom neunten bis zum zehnten Schuljahr um durchschnittlich knapp 20,3 Punkte. Beim klassischen «Pauker» alten Typs, in der Studie als «disziplinorientiert» und «passiv» beschrieben, nahmen die Kompetenzen hingegen nur um 8,8 Punkte zu.

Fähigkeiten nach einem Jahr getestet

In der Teilstudie Pisa-I-Plus ist der Kompetenzzuwachs gezielt untersucht worden. Für Pisa 2003 als Neuntklässler getestete Schüler wurden ein Jahr später erneut geprüft, um zu sehen, wie sich ihre Fähigkeiten geändert haben und was dies bewirkt hat.

Die Bundesregierung stufte die jetzt aufgezeigten Mängel in den Schulen als «Besorgnis erregend» ein. Auch die Studie spricht von einem «dramatisches Ergebnis» mit Handlungsbedarf. Das Problem sei, dass eine relativ große Schülergruppe in ihren Leistungen stagniere oder sogar absinke, betonte der Leiter des deutschen Pisa-Konsortiums, Manfred Prenzel. Andere Staaten machten einen besseren Unterricht, sagte er zum miserablen Abschneiden Deutschlands im internationalen Pisa-Vergleich.

Forschungsprojekte zur Bildung

Die individuelle Förderung aller Schüler müsse verbessert und ein längeres gemeinsames Lernen ermöglicht werden, sagte Wolfgang Meyer-Hesemann für die SPD-regierten Bundesländer. Eine Überprüfung der Stundentafeln und Lehrpläne sei erforderlich, sagte Josef Erhard für die unionsregierten Länder. Die beiden Amtschefs aus den Kultusministerien von Schleswig-Holstein und Bayern äußerten sich enttäuscht und ratlos darüber, dass trotz jahrelanger Reformbemühungen in Mathematik rund 80 Prozent der Lehrer die Debatten unbekannt seien. «Das ist nicht sehr schmeichelhaft für den Berufsstand», sagte Meyer-Hesemann.

Die Studie sei ein wichtiger Beitrag zur Bildungsforschung in Deutschland, sagte ein Sprecher von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Das Ministerium werde die Bemühungen der Länder parallel durch eigene Forschungsprojekte zur Bildung in den Schulen unterstützen.

Lehrermangel bei Naturwissenschaften

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warf den Kultusministern vor, keine Lösungsstrategien aufzuzeigen. Sie sollten sich der Frage stellen, welche Auswirkungen das gegliederte Schulsystem für das Berufsverständnis der Lehrkräfte habe, sagte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, wehrte sich dagegen, die Ursache für den Leistungsstillstand der Schüler einseitig bei den Lehrern und angeblich veralteten Unterrichtsmethoden zu suchen. «Mathematik und Naturwissenschaften sind die Fächer, in denen der größte Lehrermangel herrscht», sagte er.

Die Pisa-Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersuchen die Kenntnisse 15-jähriger Schüler in Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen. (nz)

 
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