14. Nov 2006 15:09, ergänzt 21:30
Die sächsische NPD-Landtagsfraktion hat sich von einem ihrer Abgeordneten getrennt - angeblich wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten.
Nach dem Austritt von drei Abgeordneten Ende 2005 sitzen nun nur noch acht Parlamentarierer für die rechtsextreme Partei im Landtag. Fraktionschef Holger Apfel sagte zu dem Ausschluss Menzels, die NPD vertusche keine finanziellen Unregelmäßigkeiten. Menzel war zuletzt wegen seines öffentlichen Bekenntnisses zu Adolf Hitler in die Schlagzeilen geraten. Deshalb hatten die Landtagsabgeordneten Karl Nolle (SPD) und Christian Piwarz (CDU) gegen ihn Strafanzeige unter anderem wegen Volksverhetzung erstattet. Der 66-Jährige hatte am vergangenen Wochenende in «MDR aktuell» unter anderem erklärt, er stehe nach wie vor zum «Führer».
Der Parlamentarische Geschäftsführer der NPD-Fraktion, Johannes Müller, war in einer Pressekonferenz auf Distanz zu Menzel gegangen. Menzel vertrete nicht die Meinung von Fraktion und Partei, sagte der Geschäftsführer, ging aber nicht auf die Hitler-Äußerung ein.
Gegen Menzel laufen bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen uneidlicher Falschaussage und versuchter Strafvereitlung. Er soll einem rechtsextremen Schläger in einem Prozess ein falsches Alibi verschafft haben. Der sächsische Landtag hatte Menzels Immunität im Oktober aufgehoben.