netzeitung.deDresdner JVA wird nach Dachflucht umgebaut

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Beamte sprechen mit dem aufs Dach geflüchteten Angeklagten im Fall Stephanie (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Beamte sprechen mit dem aufs Dach geflüchteten Angeklagten im Fall Stephanie
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Obwohl alle Vorschriften eingehalten wurden, soll sich nach der Dachflucht einiges in Dresden ändern. Sachsens Justizminister bedauert, dass das Opfer Stephanie «verhöhnt» wurde.

Nach der Flucht des der Entführung und Vergewaltigung der 14-Jährigen Stephanie angeklagten Mario M. auf das Dach der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden soll es dort Umbauten geben. Das kündigte Landesjustizminister Geert Mackenroth (CDU) am Donnerstag in der sächsischen Hauptstadt an. Beim Hofgang M.s seien die «entscheidenden Vorschriften» eingehalten worden, betonte der Minister. Neben baulichen Veränderungen dürften Häftlinge, denen schwere Straftaten zur Last gelegt werden, den Hof aber künftig nicht mehr betreten.

Den Justizbeamten sei kein Vorwurf zu machen, sagte JVA-Leiter Ulrich Schwarzer: Statt der normalerweise 20 bis 25 Häftlinge hätten sich bei dem Fluchtversuch neben M. nur zwei weitere Insassen im Innenhof aufgehalten. Wie üblich seien sie von zwei Vollzugsbeamten überwacht worden, sagte Schwarzer. Es sei aber noch unklar, wie weit die in der Mitte des Hofes stehenden Beamten von M. entfernt gewesen seien, als er losrannte, um über die Gebäudefront aufs Dach zu klettern.

Parlamentarisches Nachspiel droht
Minister Mackenroth räumte ein, die Bilder des Angeklagten auf dem Dach «sind peinlich». Sie «vermitteln natürlich den Eindruck, hier verhöhnt ein Täter sein Opfer und gibt ihm durch Körpersprache zu verstehen: Ich bin, da, ich habe Kontrolle.»

Die Familie hatte Stephanies für Donnerstag geplanten Zeugenauftritt angesichts der Vorgänge abgesagt. Der Anwalt, der sie als Nebenkläger vor Gericht vertritt, machte sich am Donnerstag für eine parlamentarische Untersuchung des Falles stark: «Es muss eine Stelle geben, die die Verantwortung übernimmt und die Leute kontrolliert, die die Verantwortung haben», sagte er.

«Bedauerlicher Einzelfall»
Minister Mackenroth sicherte zu, der «bedauerliche Einzelfall» werde «lückenlos aufgeklärt». Zu den Verhandlungen mit dem auf das Dach geflüchteten Häftling habe es aber «keine Alternative» gegeben: Ein Rechtsstaat müsse stets auf die Unversehrtheit der Menschen achten, betonte er. M. indes habe im Gespräch mit Polizeipsychologen gedroht, er werde sich vom Dach in einen spitzen Eisenzaun stürzen. (nz)