netzeitung.deBundeswehr prüft nach Fotoskandal Ausbildung

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Bericht über Bundeswehr-Skandal (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bericht über Bundeswehr-Skandal
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Einmütig hat der Bundestag die Totenschändungen durch deutsche Soldaten in Afghanistan verurteilt. Verteidigungsminister Jung und andere Redner warnten in dem Plenum aber vor einer generellen Verdächtigung der Bundeswehr. Thema: Bundeswehr- Skandal Presseschau: Schwerer Schlag für Deutschland Nato verurteilt Afghanistan-Fotos «Bundeswehr muss Soldaten besser schulen» Sechs Männer wegen Schändung im Verdacht Kabul wegen Schändung «von Ekel ergriffen»

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat angesichts der Skandalfotos aus Afghanistan vor einer «Pauschalverdächtigung» der Bundeswehrsoldaten gewarnt, die sich in Auslandseinsätzen befinden. Die wenigen Soldaten, die sich falsch verhielten, würden nicht akzeptiert. Jung sagte am Donnerstag im Bundestag: «Wer sich so verhält, hat in der Bundeswehr keinen Platz.»

Zugleich kündigte Jung Konsequenzen für die innere Führung bei der Bundeswehr an. Er habe Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan gebeten, die Ausbildungsgrundlagen für die Soldaten zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, sagte der CDU-Politiker.

Jung zeigte sich erleichtert darüber, dass die Beteiligten an dem Vorfall aus dem Jahre 2003 innerhalb von 24 Stunden identifiziert worden seien. Sechs Täter seien konkret ermittelt, berichtete er dem Parlament. Vier von ihnen gehörten nicht mehr der Bundeswehr an. «Wir werden alle Konsequenzen durchsetzen, disziplinarischer und strafrechtlicher Art», betonte Jung. Er bekräftigte, die Bilder hätten ihn mit Abscheu und Entsetzen erfüllt. Die Soldaten hatten auf den Fotos mit einem Totenschädel posiert.

Auch Redner anderer Fraktion verurteilten die Totenschändungen durch deutsche Soldaten scharf. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Birgit Homburger sagte, wer so etwa tue, habe in der Bundeswehr nichts verloren. Ihr SPD-Kollege Walter Kolbow erinnerte daran, dass das Prinzip der Inneren Führung und das Bekenntnis zur freiheitlich- demokratischen Grundordnung auch für Soldaten im Auslandseinsatz gelte. Der Abgeordnete der Linksfraktion, Wolfgang Gehrcke, sagte, er frage sich, was in den Köpfen der jungen Soldaten vorgegangen sei. Der CDU-Politiker Bernd Siebert nannte die Fotos über die Totenschändung abstoßend. (nz)