Bundeswehr prüft nach Fotoskandal Ausbildung
26.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zugleich kündigte Jung Konsequenzen für die innere Führung bei der Bundeswehr an. Er habe Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan gebeten, die Ausbildungsgrundlagen für die Soldaten zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, sagte der CDU-Politiker.
Jung zeigte sich erleichtert darüber, dass die Beteiligten an dem Vorfall aus dem Jahre 2003 innerhalb von 24 Stunden identifiziert worden seien. Sechs Täter seien konkret ermittelt, berichtete er dem Parlament. Vier von ihnen gehörten nicht mehr der Bundeswehr an. «Wir werden alle Konsequenzen durchsetzen, disziplinarischer und strafrechtlicher Art», betonte Jung. Er bekräftigte, die Bilder hätten ihn mit Abscheu und Entsetzen erfüllt. Die Soldaten hatten auf den Fotos mit einem Totenschädel posiert.
Auch Redner anderer Fraktion verurteilten die Totenschändungen durch deutsche Soldaten scharf. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Birgit Homburger sagte, wer so etwa tue, habe in der Bundeswehr nichts verloren. Ihr SPD-Kollege Walter Kolbow erinnerte daran, dass das Prinzip der Inneren Führung und das Bekenntnis zur freiheitlich- demokratischen Grundordnung auch für Soldaten im Auslandseinsatz gelte. Der Abgeordnete der Linksfraktion, Wolfgang Gehrcke, sagte, er frage sich, was in den Köpfen der jungen Soldaten vorgegangen sei. Der CDU-Politiker Bernd Siebert nannte die Fotos über die Totenschändung abstoßend. (nz)

