FDP empört über Roths Bundeswehr-Kritik
Die «Bild»-Zeitung hatte fünf Fotos veröffentlicht, die deutsche Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe in Tarnanzügen auf einer Patrouillenfahrt nahe Kabul zeigen. Dabei präsentieren sie mit zum Teil obszönen Gesten einen Totenschädel.
Angesichts der Vorfälle aber auch mit Blick auf die Vorwürfe gegen Soldaten der Bundeswehreinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) im Fall des Bremer Türken Murat Kurnaz hatte Roth der «Leipziger Volkszeitung» gesagt, deutsche Soldaten hätten sich nicht zuletzt mit der demütigenden Verbindung von Nacktheit und Opfern einer vergleichbaren Grenzüberschreitung schuldig gemacht wie US-Soldaten mit ihrem Verhalten im «Folter-Gefängnis» Abu Ghraib.
Das Verhalten deutscher Soldaten sei zwar nicht mit dem der US-Soldaten zu vergleichen, betonte die Grünen-Chefin. «Aber ich würde mir wünschen, dass es ein deutliches Signal gibt. Sie müssen sich in den Methoden unterscheiden und vor allem, wenn es um die Aufklärung inakzeptabler Vorfälle geht, darf sich die Bundeswehr nicht als geschlossenes System mit Kadavergehorsam präsentieren.»
Niebel sagte, «offensichtlich» hätten einzelne deutsche Soldaten in Afghanistan «in verachtenswerter Weise gegen die Menschenwürde und damit auch grundsätzlich gegen das Anliegen des deutschen Truppeneinsatzes im Lande verstoßen». Die Reaktion Roths sei aber «unverantwortlich». Sie spreche von «Kadavergehorsam», als sei ein derartiges Fehlverhalten «Befehlslage oder gezieltes Führungsergebnis» bei der Bundeswehr, kritisierte er.
Für das Web ediert von Dietmar Neuerer

