Hintergrund: Gewalt in der Bundeswehr
25.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Soldaten der Bundeswehr
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Negativ-Schlagzeilen über die Bundeswehr hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Dabei zeigte sich, dass die Truppe offenbar mit Gewalt ein ernst zu nehmendes Problem hat. .zwischentitel { font: bold 11px verdana, arial, helvetica, sans-serif; display: block; padding: 1px 3px 1px 3px; }
Alljährlich registriert der Wehrbeauftragte des Bundestages eine «Vielzahl» von Übergriffen in der Bundeswehr. Gewalt bestimmt nach Darstellung von Reinhold Robbe (SPD) - seit 2005 Wächter über die Rechte der Soldaten - zwar nicht den Alltag der Armee, ist aber ein ernst zu nehmendes Problem. Die spektakulärsten Fälle:
Oktober 2004 in CoesfeldUm das Verhalten bei Geiselnahmen zu trainieren, wurden in der niedersächsischen Freiherr-vom-Stein- Kaserne Rekruten bei «Verhören» gefesselt, getreten, geschlagen und mit Stromstößen traktiert. Der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) spricht von «unverantwortlichen Ausbildungsmethoden», weist aber Foltervorwürfe zurück.
April 1996 in HammelburgAuf dem unterfränkischen Truppenübungsplatz drehen Soldaten des Gebirgsjägerbataillons aus dem sächsischen Schneeberg Horrorvideos mit Hinrichtungs- und Vergewaltigungsszenen - angeblich zur Vorbereitung auf einen Bosnien- Einsatz. Auch zeigen Soldaten in dem Film den Hitlergruß.
Juli 1963 in NagoldBei einem Gewaltmarsch in glühender Hitze bricht ein Rekrut der Luftlandedivision zusammen. Nach dem Motto «Fallschirmjäger sind Diamanten, und Diamanten müssen geschliffen werden» treiben ihn Ausbilder unnachsichtig weiter. Eine Woche später stirbt der 19-Jährige an Leber- und Nierenschäden. (nz/dpa)