Umstritten ist der Vorschlag zur Einführung eines Grundeinkommens für alle Bürger. Die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) kam inzwischen zu dem Ergebnis, dass dies nicht teurer als das heutige Sozialsystem wäre. «Das Konzept ist finanzierbar», sagte der KAS- Vorstand und ehemalige thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) der Berliner «Tageszeitung» («taz»). Damit bewertet die Stiftung Vorschläge von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus positiv, ein solidarisches Bürgergeld einzuführen. Der CDU-Politiker hatte vorgeschlagen, dass jeder Bundesbürger grundsätzlich bis zu 800 Euro Grundeinkommen vom Staat erhalten solle. Althaus will mit dem Grundeinkommen Hartz IV und andere Sozialleistungen ersetzen.Die Programmdiskussion soll Ende 2007 abgeschlossen werden. Debatten sind noch in Blick auf die grundsätzliche Ausrichtung der Partei zu erwarten. Der nordrhein-westfälische CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers fordert mit anderen eine sozialere Ausrichtung als zuletzt. Momentan werden in dem Programmentwurf Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit als gleichrangig bezeichnet. Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrer ersten Regierungserklärung allerdings einen Schwerpunkt auf die Freiheit gelegt.
Konkret forderte Rüttgers am Mittwoch eine Änderung der Hartz-IV- Gesetzgebung. Es solle das Prinzip gelten, «wer mehr einzahlt, muss auch mehr bekommen», schreibt der CDU-Vize in einem Gastkommentar für die Zeitung «Die Welt». Denn Hartz IV habe einen entscheidenden Fehler: Ganze Arbeitsbiografien seien dadurch entwertet worden, «dass die Leistungen nicht mehr daran geknüpft sind, wie lange jemand in die Arbeitslosenversicherung gezahlt hat». (nz)