14.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD)
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach dem Tod eines Zweijährigen in Bremen hat Bürgermeister Böhrnsen umfassende Kontrollbesuche bei Familien mit Schwierigkeiten angeordnet. Das Justizressort wurde aufgefordert, eine Dokumentation des Todesfalles zu erstellen.
Nach dem Tod des zwei Jahre alten Kevin hat Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) Kontrollen in Familien angekündigt, in denen es nach Einschätzung der Behörden Probleme gibt. «Ich habe jetzt als Sofortmaßnahme mit dem Ressort verabredet, dass in den nächsten Tagen überall dort, wo im Elternhaus Probleme bekannt sind ... alle Kinder Besuch von professionellen Helfern bekommen», sagte der SPD-Politiker der Zeitung «Weser-Kurier». Die Leiche von Kevin, der unter der Vormundschaft des Jugendamtes stand, war am Dienstag im Kühlschrank seines drogensüchtigen Vaters entdeckt worden.
Nach dem Leichenfund waren massive Fehler der Bremer Sozialbehörde bekannt geworden. Die Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) trat am Mittwoch zurück. Der Leiter des Jugendamtes wurde vom Dienst suspendiert. Gegen zwei Mitarbeiter der Behörde wurden strafrechtliche Ermittlungen wegen Vernachlässigung der Fürsorgepflicht eingeleitet. Gegen diese beiden und den Chef der Jugendbehörde laufen zudem Disziplinarverfahren. Röpke wie auch Böhrnsen waren seit Anfang des Jahres über die Lebensumstände des kleinen Kevin informiert.
«Man durfte nicht nur Papiere lesen, Vermerke schreiben und Sitzungen abhalten. Man hätte regelmäßig das Kind besuchen und sich mit eigenen Augen überzeugen müssen, wie es ihm geht und wie es betreut wird», sagte Böhrnsen der Zeitung. Der Staatsrat im Justizressort soll nun eine lückenlose Dokumentation des Falles erstellen. Daraus soll haarklein hervorgehen: «Wer hat sich wann, wie und mit welchem Ergebnissen mit Kevin befasst? Ich will, dass wir alle Fakten auf dem Tisch haben.» (nz)