07. Okt 2006 20:57
SPD-Chef Kurt Beck hat sich besorgt über ein nachlassendes Streben nach sozialem Aufstieg in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung gezeigt. Dem müsse bereits im frühen Alter entgegen gewirkt werden, sagte Beck.
Beck sagte, es gebe viel zu viele Menschen, die keinerlei Hoffnung mehr haben, den Aufstieg zu schaffen. Sie fänden sich mit ihrer Situation ab und hätten sich materiell und kulturell oft arrangiert. «Früher gab es in armen Familien, auch in meiner eigenen, das Streben der Eltern: Meine Kinder sollen es einmal besser haben», ergänzte der SPD-Vorsitzende. «Es besteht die Gefahr, dass dieses Streben in Teilen der Gesellschaft verloren geht. Das ist Besorgnis erregend.»Der Staat müsse hier «unterstützend eingreifen, fördern und fordern», verlangte Beck. «Für den Teil der Gesellschaft, der uns zu entgleiten droht, ist der vorsorgende Sozialstaat gefragt, den meine SPD will.» In Kinderbetreuungsstätten müssten Sprachfähigkeit und Leistungswille gefördert werden, damit Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern die Chance und den Ehrgeiz hätten, aufzusteigen. «Ohne Leistungswillen kann keine Gesellschaft auf Dauer bestehen.» Die SPD werde sich dieser Aufgabe annehmen. (nz)