netzeitung.deSPD zieht in Umfrage an Union vorbei

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CDU-Chefin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe CDU-Chefin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die SPD hat die Union in der Gunst der Wähler abgehängt: Die Sozialdemokraten liegen erstmals seit vier Jahren vor CDU und CSU.

Die SPD liegt erstmals seit vier Jahren im so genannten Deutschlandtrend der ARD vor der Union: Wenn am kommenden Sonntag gewählt würde, käme sie demnach auf 33 Prozent. Damit legte sie im Vergleich zum Vormonat fünf Punkte zu, wie aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap hervorgeht.

Die Union hingegen verliert demnach vier Punkte gegenüber September und erreicht nur noch 30 Prozent. Das sei der niedrigste Wert, der im ARD-«Deutschlandtrend» jemals für die Union gemessen wurde, hieß es. Die FDP kommt auf 13 Prozent und verliert damit einen Punkt. Linkspartei mit neuen Prozent und Grüne mit zehn Prozent bleiben gegenüber dem Vormonat unverändert.
CDU gelassen, SPD erfreut
CDU- Generalsekretär Ronald Pofalla reagierte gelassen auf die Erhebung: Meinungsumfragen sollten nicht überbewertet werden, sagte er. «Dennoch sind wir uns der Stimmung im Lande bewusst.» Er verstehe die Werte als Weckruf an all diejenigen, die in den vergangenen Wochen auf die Geschlossenheit der Union wenig Rücksicht genommen hätten. Nach dem Kompromiss bei der Gesundheitsreform gehe es nun darum, «die Union wieder Union sein zu lassen: eine geschlossene Einheit».

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck zeigte sich bestätigt: «Die SPD wird sich konsolidieren und im Ansehen der Bürger stärker werden, wenn wir zusammenstehen», sagte er in Mainz. In der Liste der beliebtesten Politiker findet sich Beck erstmals seit seinem Amtsantritt als SPD- Vorsitzender vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): 56 Prozent der Bundesbürger sind mit seiner Arbeit zufrieden (plus fünf Punkte), Merkel kommt auf 55 Prozent (plus eins). Könnten die Deutschen den Kanzler direkt wählen, würden sich dennoch 44 Prozent (minus eins) für die Amtsinhaberin und nur 37 Prozent (plus vier Punkte) für den SPD-Chef entscheiden.

Mehrheit glaubt an Koalition
Die Bundesbürger sehen in der Union die am meisten zerstrittene der im Bundestag vertretenen Parteien, berichtete die ARD weiter. Nur 30 Prozent der Befragten hielten CDU und CSU für eher geschlossen (minus 32 Punkte im Vergleich zum Juli 2005). Die SPD ist nach Meinung von 45 Prozent (plus 23) der Befragten eher geschlossen.

Das Urteil der Bundesbürger über die Große Koalition ist nach Erkenntnissen der Meinungsforscher so schlecht wie noch nie seit ihrem Amtsantritt. Mit 19 Prozent der Befragten sei nur noch knapp ein Fünftel der Bürger mit der Arbeit von Schwarz-Rot zufrieden. Dennoch glaube mit 54 Prozent eine Mehrheit der Bundesbürger, dass das Bündnis bis zur Bundestagswahl 2009 hält.

Führungsstärke
Die monatliche Liste der beliebtesten Politiker führt im Oktober Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 66 Prozent an (plus drei Punkte). Der vorherige Spitzenreiter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), finde sich mit 64 Prozent auf Platz zwei, hieß es.

Der unions-interne Streit um die Gesundheitsreform belastet das Bild der Deutschen von Kanzlerin Merkel schwer. So glaubten nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für n-tv 30 Prozent, dass sich Merkel ausreichend gegen die Ministerpräsidenten der Union durchsetzen könne, berichtete der Nachrichtensender. Noch im Juni hätten 58 Prozent Merkel ausreichende Führungsstärke bescheinigt. Im August waren es nach diesen Angaben noch 40 Prozent. (nz)