netzeitung.deIran hat im Atomstreit «nicht mehr viel Zeit»

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Auswärtiges Amt in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auswärtiges Amt in Berlin
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Deutschland zeigt im Atomstreit mit dem Iran Ungeduld. Israels Vize-Regierungschef Peres kritisierte indes die Nachgiebigkeit der Staaten gegenüber der Regierung Teheran.

Im Streit über das iranische Atomprogramm bleibt nach Auffassung der Bundesregierung «nicht mehr viel Zeit», um einen Wiedereinstieg in die Gespräche zu finden. «Wir sehen mit wachsender Sorge, dass die vom Iran erhoffte belastbare Antwort auf das von uns unterbreitete Angebot auch in den letzten Tagen weiter ausgeblieben ist», sagte der Vizesprecher des Auswärtigen Amts, Jens Plötner, am Mittwoch in Berlin.

Die französische Regierung reagierte unterdessen ablehnend auf den Vorschlag Teherans, auf iranischem Gebiet gemeinsam mit Frankreich Uran anzureichern. Der Dialog im Atomstreit müsse über den EU-Repräsentanten Javier Solana gehen, teilte das Außenministerium am Dienstag in Paris mit. Wenn Teheran über diesen Kanal der Forderung nach Einstellung der Anreicherung nachgebe, «könnte es Verhandlungen geben, wo jeder Vorschläge machen kann, wie er will».

Der Vizedirektor der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Saidi, hatte angeregt, den französischen Atomkonzern Areva und seine Tochter Eurodif an einem Konsortiums «zur Produktion angereicherten Urans im Iran» zu beteiligen. Solana sagte am Rande eines Treffens von Verteidigungsministern in Finnland, der neue iranischen Vorschlag könne nur Teil einer internationalen Verhandlungslösung des iranischen Atomkonflikts sein.

Ziel des Irans «Weltdominanz»
In der Vergangenheit hat der Iran bereits Russland und anderen Staaten ähnliche Angebote gemacht, darunter sogar dem Erzfeind USA. Der Westen bestand jedoch darauf, dass auf iranischem Boden kein Uran angereichert wird, egal ob mit oder ohne ausländische Beteiligung. Die internationale Staatengemeinschaft verdächtigt Teheran, an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu arbeiten. Sie fordert für eine Verhandlungsaufnahme den Stopp der Urananreicherung, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden kann.

Israels Vize-Regierungschef Schimon Peres mahnte die Staatengemeinschaft zur Geschlossenheit im Streit mit Teheran. Die Teilung des Westens erlaube es dem Iran, «den Rest der Welt zu verhöhnen», sagte Peres am Mittwoch in Berlin. «Das Ziel des Irans ist nicht Weltfrieden, sondern Weltdominanz zu erreichen.»

Nach Angaben aus Teheran will sich EU-Außenbeauftragter Solana noch in dieser Woche erneut mit dem iranischen Atomunterhändler Ali Laridschani treffen. Unbestätigt blieben Berichte über ein etwaiges Außenministertreffen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands am Freitag in Berlin. Es stehe noch nicht fest, ob es in absehbarer Zeit zu einem Außenministertreffen komme, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts.(nz)